20 Der Meſſias.
XVI. G. V. 232— 245. Aufgeklaͤret, umſtrahlt, nichts unentraͤthſelt gelaſſen!
Jeder Staub gewogen! verweht Gebirge der Taͤu⸗
ſchung! Wer, dem jemals die Wolluſt ward des Gruͤbelns und Wiſſens,
Daͤrſtet nicht hier, auch druͤben zu ſeyn? Nur
menſchliches Schickſal
So zu lernen, und, ſtets in neuer Irre, des Aus⸗ gangs
Faden zu finden, ſchon das iſt Fuͤlle der Seligkeit! Eil i6t,
Bach' und riesl' in den Strom, des neuen Bun⸗ des Geſang, hin.
Eines Koͤniges Burg war eingeſunken. Die
Todten
Kamen. Luͤſtlinge waren ſie, oder Tyrannen geweſen.
Einer nur hatt' ein Herz. Der Schwarm umringt' ihn, verbarg ihn;
Und er ließ ſie's; nicht lang', und er ſtand vor den Engeln allein da.
Wie ein redlicher Mann, den Verleumder umwoͤl⸗ ken, verachtet
Sich zu vertheidigen, ſchweigt; denn bald verzieht das Gewoͤlk ſich.
Ach noch rauchet ſein Blut, noch rollt er das Auge, noch ſtarrt es


