Teil eines Werkes 
[2. Theil] (1851)
Einzelbild herunterladen

458

Wir finden alle Perſonen, von denen unſere Er⸗ zählung handelt, in den letzten Tagen des Auguſt⸗ monats in Havre verſammelt Arthur mit ſeiner Mutter wollte eine Nachkur im Seebade halten; hinter Wlaska aber mit Valentin und ihrem ganzen Hauſe war Deutſchland mit allem Schmerz und aller Noth in die Vergangenheit geſunken, und vor ihrem inneren Auge dämmerte das Land der Hoffnung auf: Amerika.

Valentin durfte nicht mehr nach Hauſe zurückkehren: als Bildner und Führer einer Compagnie, die ohne ihn nicht zu Stande gekommen wäre, konnte er einer endlos langen Unterſuchungshaft in den ungeſunden Kaſematten von Raſtatt und ſpäter dem Zuchthauſe nicht entgehen; da ſowohl ſeine Geſinnung als auch ſeine tapfere Betheiligung an mehreren Gefechten ſich nicht verhehlen ließ, war ſogar ein Todesurtheil denk⸗ bar. Arthurs Familie hatte Verbindungen in den Vereinigten Staaten, und ſo konnte die Matrone, ohne die Beſorgniß, der Armuth eine gefährliche Gabe zu ſchenken, ſie zur Auswanderung ermuthigen. Es war vorauszuſehen, daß Mädchen, ſo ſchön und fleißig wie Sabinens Schweſtern, dort, wo Frauen von guter Sitte ſo ſehr geſucht werden, nicht bloß paſſende, ſon⸗ dern ſogar glänzende Partien thun könnten. Die Mutter Wlaska nahm freilich ſchweren Abſchied von der alten Welt; es war ihr, als ſchiede ſte nun ganz aus der Lebensgemeinſchaft mit ihrem ergrauten Volke; aber der Gedanke, endlich den Wunſch ihres Lebens zu