Teil eines Werkes 
[2. Theil] (1851)
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meinen Soldaten ins Geſpräch gekommen, auch in allerlei OQuartieren herumgefahren. Da habe ich manche neue Erfahrung geſammelt; glaube mir, Mutter, der Druck, der dieſe zwei Herzen zerpreßt, laſtet in tauſendfach ver⸗ ſchiedener Geſtalt auf ganzen Millionen unſeres Volks. Aber was Du ſagſt, iſt wahr nur Wenige hätten ſich gehalten wie dieſe Leute.

Du erſchreckſt mich, Arthur, ſagte die Mutter, doch Du haſt Recht, ich habe zu wenig auf die Welt außer meinen Kreiſen geachtet, um prüfen zu können, ob Du nicht allzu dunkel ſiehſt. Ich möchte es auch nicht un⸗ terſuchen, denn wäre es ſo, ich trüge es nicht, daß ich Millionen elend wüßte, denen ich nicht helfen könnte. Aber dem Einzelnen kann geholfen werden; wenn wirk⸗ lich gegen dieſe Menſchen das Schickſal ſo furchtbar hart geweſen iſt, dann bin ich entſchloſſen, ihr gutes Schickſal zu werden und eine Ausgleichung in ihr Leben zu bringen.

Mutter und Sohn ſprachen noch vieles über die Wege, die zu dieſem Zwecke die geeignetſten wären. Nach dem Mittageſſen beſuchte die alte Dame, um voll⸗ kommen auf den Grund der Sache zu ſchauen, nach⸗ einander den Wirth, den Bürgermeiſter und den Pfarrer des Ortes. Am Abend aber fuhr ſie nach Mannheim und von dort, da die Eiſenbahnfahrt durch den Kriegs⸗ lärm geſtört war, mit dem Dampfboot nach Straßburg. Am zweiten Abend darnach kam ſie zurück, fand ihren Sohn ſchon wieder bedeutend in der Geneſung fortgeſchritten und theilte ihm das Ergebniß ihrer Erkundigungen mit.