456 ſagte ſie, hatte doppelt ſoü viel bei ſich, als Valentin ihn fand— und Valentin brachte ihn hierher zur Pflege!
Was meinen Sie damit? fragte die junge Frau er⸗ ſtaunt. Sie denken wohl gar, er hätte Ihren Sohn liegen laſſen können, um ſeines Geldes gewiß zu ſein? O Gott, Madame, welch ein Unglück iſt doch die Ar⸗ muth, daß man ihr ſogar zutrauen darf, ſie könne ſchlecht ſein und unchriſtlich handeln!
Im Gemüth verwundet ſchritt Sabine hinaus und brachte ihren Knaben, den ſie von der Schwelle mit⸗ nahm, in den Garten zu ihren Schweſtern. Die Ma⸗ trone aber trat zu ihrem Sohn, ſtrich ihm das Haar von der Stirne und blickte ihm liebevoll ins Angeſicht. Ihre Hand zitterte noch vor dem Gedanken an die Ge⸗ fahr, die an ihm vorbeigegangen war, und deren Größe ſie erſt jetzt durchſchaut hatte. Haſt Du gehört, Ar⸗ thur? ſagte ſie. Das Lebensglück dieſer Menſchen hing daran, daß Du ſtarbſt, und ſie retteten Dein Leben! Hundertfünfzig Gulden— es iſt gerade ſo viel, als wir jährlich bei der großen Jagd auf unſerem Gute, zu der wir Deine Freunde einladen, an dem Madera verbrauchen, der bloß zum Frühſtück genommen wird! Um dieſer Summe willen ſind zwei Menſchen fünf Jahre lang gepeinigt und ſittlich erniedrigt worden!
Liebe Mutter, antwortete der Sohn, Du biſt im Reichthum erwachſen und kennſt die junge Welt nicht. Ich habe trotz meiner Jugend mehr draußen gelebt als Du, und auf dieſem kurzen Feldzug bin ich oft mit


