mit einem Tone, der gleichgültig ſcheinen ſollte, Sie wiſſen noch nicht, daß ich mit Valentin nicht getraut bin. Die alte Dame ſtand haſtig und mit dem Ausdruck der Entrüſtung auf. Wenn der Brahmine, unwiſſent⸗ lich in des Paria Hütte getreten, plötzlich erfährt, wo er ſich befindet, er kann nicht mehr erſchrecken, nicht heftiger erzürnt ſein, als die vornehme, tugendhafte Frau aus dem ſittenſtrengen Norddeutſchland es in die⸗ ſem Augenblicke war. Sie warf einen Blick des Abſcheus
auf das Mädchen; ſie ſchaute wie entſetzt auf das Bette,
aus welchem eben ihr Sohn erſtanden war. Ihr Sohn hatte das Bette einer Frau berührt, die in wilder Ehe lebte! Es war gut, daß Sabinens Kind nicht mehr auf ihrem Schooße ſaß— ſie war ſo heftig erregt, daß ſie es vielleicht unfreundlich von ſich geſtoßen hätte! Dieſes kränkende Benehmen reizte Sabinen: ſie aber bezwang ſich. Bleiben Sie ſtill ſitzen, gnädige Frau, ſagte ſie mit bitterer Ruhe. Arme Leute können nicht wie ſie wollen, und hätten wir halb das Geld gehabt, das vielleicht Ihr Hochzeitskleid gekoſtet hat, ſo ging dieſer Kelch an uns vorüber, und Sie, gnädige Frau, hätten mir dann auch ein Angeſicht wie dieſes zwiſchen meinen eigenen Pfählen und in Gegenwart die⸗ ſes Mannes nicht gezeigt, den meine Palenlin und meine Mutter vom Tode gerettet haben! Sie haben Recht, ſagte die Matrone beſchämt und nahm ihren Platz wieder ein. Aber ich verſtehe die ganze Sache nicht; ſollte es denn in der menſchlichen
—Q—QQ——


