ſchoß noch ziemlich ſtark der Kugel nach, aber Wlaska kreuzte ihre Zeigefinger über dem Verband und mur⸗ melte einen kurzen Reimſpruch— da ſtand es ſtille. In einer Viertelſtunde lag der Verwundete vortrefflich verbunden auf dem ſtillen Lager. Man hielt ihm mehr⸗ mals Waſſer an die Lippen, obwohl er nicht die Kraft hatte, es zu verlangen, aber ſobald er das Glas am Mund ſpürte, trank er heftig.
Mach uns eine Taſſe Kaffee, Wlaska, und kommt jetzt herein, Kinder, ſagte die Mutter freundlich, nach⸗ dem ſie ihre Inſtrumente ſorgſam gereinigt und die Brieftaſche wieder verpackt hatte.
Jetzt erſt fragte Valentin: Wird er leben?
Das kommt aufs Wundfſieber an, antwortete Wlaska. Ich hoffe aber ihn durchzubringen, nur darf kein anderer Doktor mir ins Handwerk greifen. Die Sache muß vor der Hand ſtill bleiben; verſprecht mir Alle zu ſchweigen, bis ich Euch die Erlaubniß zu reden gebe.
Es war leicht das Geheimniß zu bewahren, da außer den Bewohnern niemand das Haus der Armuth zu betreten pflegte, und die Kinder ſagten der Mutter Stillſchweigen zu.
Valentin übergab jetzt beim Frühſtück an ſeine Schwiegermutter alles Beſitzthum des Verwundeten, um es demſelben bei ſeiner Geneſung wiederzugeben. Man zählte Alles, ſchrieb es auf und ſchloß es ein, nach⸗ dem man aus dem Beutel für die nothwendigen Aus⸗ lagen zwei Goldſtücke herausgenommen hatte. Es war


