Lautlos lösten ſich nach gegebenem Befehl die Rotten wieder auf und traten, jetzt näher gegen das Gebirge der Bergſtraße ſich ziehend, den Rückmarſch an. Bald waren ſte aus dem Bereiche, wo ein Zuſammenſtoß mit dem Feinde gefährlich werden konnte. Es ging ſchon gegen den Morgen, die Leute wurden müde und ſchläfrig. Um ſo mehr fühlte ſich Valentin zur Aufmerkſamkeit veranlaßt; er ſtrich eifrig durch die thaubenetzten Korn⸗ felder, ſah unter allen Geſträuchen nach und war bald vor, bald hinter ſeinen Leuten, die nachläſſig plaudernd die bequemſten Feldwege ſich ſuchten.
Als er in dieſer Weiſe ſeitwärts vom Wege ein dichtes Weizenfeld durchſchritt, glitt plötzlich ſein linker Fuß aus und er ſtürzte aufs rechte Knie nieder. Seine Hand, auf die er ſich ſtützte, um raſch aufzuſtehen, tappte in Näſſe: er griff um ſich und traf etwas Weiches, Kaltes— ſo kalt, daß es in ſolcher Sommer⸗ nacht nur eine Leiche ſein konnte. Er ſprang ſchaudernd auf und bog die Halme nach der Seite hin nieder, wo eben der Mond im letzten Viertel blutroth hinter dem Odenwald aufging. In ſeinen Strahlen blitzte ihm der blanke Metallhelm eines jungen mecklenburgiſchen Offi⸗ ziers entgegen, der auf dem Rücken vor ihm lag. Das ſteigende Licht ließ ihn raſch erkennen, daß aus dem Haupte ein heftiger Blutſtrom auf den Boden gefloſſen war, aber auch die Bruſt war durchſchoſſen, und auf dieſe Wunde hielt der Jüngling mit dem Krampfe des Todes, ſeime linke Fauſt gepreßt; aus der rechten Hand


