Teil eines Werkes 
[2. Theil] (1851)
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folgte der Schützenkönig des vorigen Jahres, deſſen Ehrenregiment nun zu Ende ging, und hinter ihm die andern Schützen, deren jeder insgeheim hoffte heut an ſeine Stelle zu treten. Auf dem Hauptplatz unter der Linde angekommen, ſtellten ſich die Jünglinge in einen Kreis, um welchen die Maſſe der übrigen Dorfbewohner wogte. Der Fähnrich trat in die Mitte: es war ein ſtattlicher Burſch mit hübſchgekräuſeltem Schnurrbart; er trug das blaue Baret mit drei Federn und die breite weißſeidene Schärpe. Trommel und Pfeife ſpielten eine alte muntere Weiſe: nach ihrem Rhythmus erhub er die Fahne in die Luft, ſchwang ſie über dem Haupte, dann ſtemmte er den Schaft in die Seite und ließ das flatternde Banner mitten um ſeinen Leib in weitem Kreiſe rauſchen, dreimal rechts, dreimal links herum. Hierauf erhub er den einen Fuß, und um das Knie des andern beſchrieb die Fahne, dicht am Boden her⸗ wehend ohne ihn zu berühren, ihre raſchen rauſchenden Kreiſe; auch um den rechten Fuß führte ſie ſodann die andere Hand, während der linke ſich erhub ſie durchzu⸗ laſſen. Zuletzt noch einmal wogte das Banner, unter dem jauchzenden Zuruf der Maſſen, in feſter Fauſt hoch in die Lüfte über dem Haupte des Starken, der ſtolz auf die gelungene Schauſtellung mit flammendem Ant⸗ litz aufgerichtet ſtand. Nun ging's wieder in feierlichem Zuge, aber haſtiger und ungeduldiger, zur Vogelſtange oben am Wald. Die Schützen zogen ihre Looſe, wäh⸗ rend man im Dorf eilfertig die Suppe und das Sonn⸗