ſtarke Neigung zur Eitelkeit hatte ſchon bei dem Kna⸗ ben der Student, der jenen Unterricht gab, vergebens angekämpft; er trug ſich ſtädtiſcher und modiſcher als die andern Burſche, und auf ſeinen Betrieb hatte der Schultheiß die Hauptſtube ſeines Hauſes, als ſie einer Auffriſchung bedurfte, nicht neu mit Waſſerfarbe malen, ſondern mit Tapeten auskleiden laſſen.
Das Gefühl beiderſeitig anerkannter Tüchtigkeit hatte Nikola und Margret von früh auf zuſammengeführt und vertraut gemacht, und als ſie älter wurden, zweifelte Niemand daran daß aus ihnen ein Paar werden ſollte: wer hätte auch im ganzen Dorfe beſſer zuſammengepaßt? Aber zu einer Erklärung war es zwiſchen ihnen beiden noch nicht gekommen.
Das jährliche Dorffeſt des Vogelſchießens kam heran. Früh morgens zogen Trommler und Pfeifer durch alle Straßen, Buben und kleine Mädchen jubelnd hinter ihnen her. Die Burſche, welche durch Zahlung eines mäßigen Geldes am Rechte des Königsſchuſſes ſich be⸗ theiligt hatten, putzten ihre Büchſen und Stutzer und bürſteten die grünwollenen Schützenhüte aus, die nur an dieſem Feſte getragen werden; die Herzen der Mäd⸗ chen aber pochten voller Erwartung, ob ihr Schatz oder ein Anderer dießmal den Vogel abſchießen möchte.
Um elf Uhr, nach dem Hochamte, begann der Fahnen⸗ ſchwenk. Paarweis zogen die Schützen zur Kirche, und holten die ſeidene Fahne mit dem Bilde der Maria ab. Der Fähnrich trat gleich hinter die Muſtkanten, dann


