Stande zuweilen die ſchönſten, ſchlankſten Geſtalten: mit großen feſten Schritten ſieht man ſie wohl am Arme ihrer Burſchen auf den Jahrmärkten herumziehen, das Körbchen am Arme, mit klugen braunen Augen,
voll von Selbſtgefühl auf ihre Jugendfülle und auf
den Reſpekt, den ihnen der Reichthum ihres Vaters unter ihren Umgebungen erwirbt.
Solch ein Mädchen wurde Margret, nicht eben fein oder beſonders hübſch, aber kräftig an Leib und Seele, klar und friſch wie ein blühender Schlehdorn; weil ſie ernſter und männlicher war als die meiſten andern Dirnen, hielten die Burſche des Dorfes ſie für ſtolz, und vielleicht war ſie das auch. Aber fremde Manieren hatte ſie nicht an ſich, und auf dem Tanzboden wußte ſie zwiſchen reichen und armen Burſchen keinen Unterſchied.
Mit ihr war als Spielgenoß und ſpäter auch als Mitſchüler in jenen Unterrichtsſtunden bei dem neuen Lehrer der einzige Sohn des Schultheißen aufgewachſen, nicht allein der reichſte Erbe im Dorfe, ſondern auch der ſchmuckſte und tüchtigſte Junge von allen, ſtrebſam, verſtändig und kühn. Trefflich führte Nikola ſeine Büchſe, auf die Jagd nahmen ihn auch die benachbar⸗ ten herrſchaftlichen Jäger gerne mit, und wer mit dem alten, gebrechlichen Schultheißen ein Geſchäft hatte, verhandelte lieber mit dem raſchen Sohne. Daß er hübſch war, hätte Niemand abſtreiten dürfen, und er ſelbſt wußte es am beſten, auch wenn's ihm die Mäd⸗ chen nicht zu verſtehen gegeben hätten. Gegen eine


