Teil eines Werkes 
[2. Theil] (1851)
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234 abſetzt. Sonſt herrſcht allwärts der ernſte, grauſige, allem Leben feindliche Todesſchlaf einer herben Wild⸗ und Waldnatur.

Bei jener Lampe aber wacht und klopft ein armes Menſchenherz ein junges Weib beim Sterbebett ihres Kindes. Sie iſt nicht Jungfrau, nicht Weib, nicht Wittwe, aber dennoch iſt ſie Mutter. Ganz ein⸗ ſam und verlaſſen übt ſie ihre Pflicht, über die fiebernde Stirn des Kindes, das in tiefem ſtarrem Gehirnſchlaf mit geſpenſtig halb geöffneten Augen theilnahmlos ihre Mühe hinnimmt, ſchlägt ſie raſch wechſelnd die naſſen kühlenden Tücher und zwiſchen jedem Aufſchlag kniet ſie vor der Mutter Gottes hin, die zwiſchen den Fen⸗

ſtern unter der Lampe hängt, und ſpricht ein ſtilles, ringendes Gebet.

Gott und ſeine Heiligen ſind furchtbar ſtumm in ſolchen Nächten! die einſame Mutter erfuhr es. Kein Engel kam herab, ſeine heilende Hand auf die Stirn des kranken Knaben zu legen, das heiße Fieber ſtieg gegen die Mitternacht hin, immer ſchneller mußte ſie

ddas kühlende Linnen erneuern. Ueber die dunkle Ecke,

wo das Kind vor dem Lampenſchein geſchützt lag, fiel jetzt mit blaſſem blauem Licht der Mondſchein, wob einen Glanz um das blonde müde Köpfchen und ſchlich nach kurzer Friſt wieder darüber hinweg, als hätte er das Sterbende noch einmal mit dem Strahl des Lebens umleuchten wollen und dann der ewigen Nacht geweiht. Die Stunden rannen hin, die Mutter, ſtumpf von