niemals verfehlen. Nachts gehen ſie am liebſten auf die Hunde an der Kette aus, am Tage holen ſie vor den Augen der Hirten Schafe von den Weideplätzen. Selten werden ſie dem Menſchen gefährlich; doch geht die unheimliche Sage im Volk, daß ein Wolf, der einmal aus grimmigem Mangel an Nahrung Menſchen⸗ fleiſch gekoſtet habe, hernach an keinem Thier ſich mehr vergreifen möge.
Jener Wald nun der ihren Zug gegen Blanken⸗ heim hin deckt, zieht ſich faſt von der Stadt an, näm⸗ lich von dem Thiergarten der alten Grafen bei den Schloßtrümmern über einen hohen Bergrücken fort, der die Stromſcheide zwiſchen Ahr und Kyll bildet. Bei⸗ derſeits liegen ſpärliche Dörfer meilenweit auseinander, hie und da trifft man einen Bauernhof, und wo in tiefen bebuſchten Rinnen Bäche jenen größern Flüßchen zulaufen, hat ſich wohl eine einſame Mühle auf einem Stück mühſam gerodeten Wieſen⸗ oder Ackerlandes an⸗ geſiedelt. 4 Solch ein Fleck in der tiefen lautloſen Stille einer flimmerkalten Winternacht liegt vor uns; nicht einmal das Rauſchen des Waſſers oder der leis plätſchernde Umſchwung des Mühlrades regt ſich, alles ſtarrt im Eiſe. An den Menſchen und ſein Daſein mahnt nur ein ſchwaches Licht in einem Fenſter des kleinen an die Mühle angelehnten Nebenbaus, das gegen den kalten, blauen, öſtlich über die ſchneeigen Baum⸗ und Berg⸗ ſpitzen heraufkommenden Mond mit warmem Roth ſich


