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die ihm bis auf den Hals herabſielen, noch die Wildheit ſeines Ausſehens vermehrten. Er war in einen Rock von demſelben Stoffe gekleidet, und ein Mantel von Ziegenhaaren hieng über ſeine Schultern. An ſeinen Füßen trug er rauhe Sandalen von Baumrinde, die durch Lederſtreifen an den Zehen befeſtigt waren. Auf ſeinem Rücken hieng ein Bogen und ein Köcher und in der einen Hand hielt er einen dicken Speer oder vielmehr eine Keule und einen runden, dunkeln Schild von Hunds⸗ haaren, während er mit der anderen die ſchlanke Figur Ina's umfaßt hielt.
„Laßt mich in Freiheit! Wie wagt Ihr es, mich pei beſchimpfen?“ rief ſie.„Laßt mich nach Hauſe gehen.“
„Nicht ſo, ſchönes Mädchen,“ antwortete der Mann in rauhem, barſchen Tone und in einem fremdartigen Dialecte, den jedoch Ina hinreichend verſtand, um den Sinn ſeiner Worte entnehmen zu konnen.„Nicht ſo; Sie ſind ein Preis von zu großem Werthe, um ihnen zu erlauben, ſo ſchnell zu entwiſchen.“
„Weg Barbar, laßt mich gehen,“ rief Ina mit der ihrem Lande eigenen Würde, obgleich ſie unter den rauhen Griffen zitterte uad bebte.„Glaubt Ihr der Rache meines Stammes zu entgehen, wenn Ihr mir ein Leid zufügt?⸗
„Rache! ſagen Sie?“ rief der Mann ſpöttiſch. „Glauben Sie, ich fürchte je eine Rache?“
„Ihr werdet Urſache haben ſie zu fürchten, wenn Ihr mich nicht ſogleich loslaßt,“ antwortete ſie.„Wißt Ihr nicht, daß ich eine Häuptlingstochter bin?“
„Ich weiß es ganz gut,“ ſagte der Wilde.„Sie ſind die Tochter des Häuptlings, der meinen Herrn be⸗ ſchimpfte, der meines Herrn Bruder erſchlug; Sie ſind das ſpröde Mädchen, das ſeine Braut nicht ſeyn wollte. Nun ſollen Sie ſich aber nicht ferner weigern, ſeinem Willen zu gehorchen.“


