Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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2⁵

Ich weiß nicht von wem Ihr ſprecht, rief Ina. Mein Vater erſchlug nie einen Häuptling der Atteghei.

Ich kenne Ihren Vater wohl, antwortete der Räuber. Es iſt der Häuptling Arslan Gherrei, und Sie verweigerten es, die Braut des braven Khan Khoros Kaloret, meines Herrn, zu werden.

Euer Herr iſt der Khan Kaloret? rief Ina, durch den Klang dieſes Namens mehr erſchreckt als zuvor. Er wird es doch nicht wagen, einem edeln Uzden ſeine Tochter zu rauben. Laßt mich, Räuber!

Mein Herr fürchtet keinen Häuptling der Atteghei, antwortete der Mann wild.Ich will nun aber nicht mehr länger ſchwatzen, laſſen Sie Ihr Geſchrei und folgen Sie freiwillig. Mein edler Herr erwartet Ihre Ankunft.

Ina ſchrie vor Furcht.O, Allah beſchütze mich! rief ſte, als der Wilde ſie fortſchleppen wollte.Bar⸗ bar, laßt mich, ich bitte Euch laßt mich gehen!

Nein, nein, Mädchen, Ihre Bitten ſind umſonſt, antwortete der Mann.Richten Sie dieſelben an meinen Herrn. An mich ſind ſie verloren.

Eile, eile, Conrin, rief ſie in türkiſcher Sprache, fliehe in unſere Heimath. Sende Boten an Selem, an meinen Vater, biete die Dorfbewohner auf.

Als der Barbar den Pagen forteilen ſah, um dem Befehle zu gehorchen, ſagte er zu Ina:Stellen ſie den Knaben bis wir ihm aus dem Geſichte ſind. Wenn er ſich von der Stelle bewegt, ſo werde ich ihm einen Pfeil durch die Bruſt jagen..

Conrin, der dieſe Worte nicht verſtand Ina war zu ſehr erſchreckt, um ſie auszulegen eilte von Felſen zu Felſen, ohne Furcht vor der Gefahr, welche ein ein⸗ ziger Fehltritt herbeiführen konnte und vor dem grau⸗ ſamen Tode, der ihm drohte, denn der Barbar ſchickte ſich an, ſeine Drohung in Ausführung zu bringen. Er ließ Ina auf einen Augenblick los, nahm ſeinen Bogen vom Rücken und zog einen Pfeil aus dem Köcher mit