Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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18 geſehen habe, und daß dieſer mit einem langen Zuge wilder Gefährten in der Richtung gegen den Ubin ge⸗ ritten ſey.

O, Allah gebe, daß er meinen Vater oder meinen Bruder nicht dort trifft! rief Ina voll Schrecken.

Ich weiß nicht, was ſich begeben wird, Kind, ſagte die alte Amme.Sie ſagen er ſey ein wilder Häͤuptling. Ich höre auch, er bewerbe ſich um Ihre Hand. Mashallah! Sie ſind ſehr ſtolz, daß Sie einen ſo reichen Khan ausſchlagen, und doch Boshl was iſt er gegen einen Kaufmann von Stamboul?

Warum konnteſt Du ihn nicht lieben? fragte Zara; er ſoll artig und galant ſeyn.

O Zara! ihn lieben? Du weißt nicht was Liebe iſt, wenn Du mich dieß fragſt. Ihn lieben! Nein, ich könnte ihn nur fürchten, er ſieht ſo ſtreng und wild aus; ſo ganz unähnlich den ruhigen ernſten Zügen meines Vaters, ſagte Ina.

Was iſt all das Zeug, das die Mädchen über Liebe ſchwätzen? ſpöttelte die alte Amme.Bosh! Unſinn iſt es? Liebe! was iſt Liebe? es iſt nichts; es iſt weni⸗ ger als nichts; es iſt Thorheit, es iſt Bosh! Was braucht ein Mädchen von Liebe zu wiſſen? Wenn ſie verheirathet iſt, hat ſie Zeit ihren Gatten und Herrn zu lieben.

Ina und Zara waren in Verzweiflung, denn es war keine Hoffnung vorhanden einen Austauſch ihrer eigenen Gefühle bewerkſtelligen zu können, ohne veſtändig von der alten Kahija beobachtet und unterbrochen zu werden, die zu Zeiten wirklich unterhaltend ſeyn konnte, wenn ſie ſich mit ihren wundervollen Geſchichten von der Türkei und Stamboul ganz allein der Unterhaltung bemächtigte. Sie wurden aus dem Unmuth, in welchen ſie ihr ge⸗ zwungenes Stillſchweigen verſetzte, durch den Eintritt Conrin's geweckt, der ein kleines Packet von ſeinem Herrn an Ina überbrachte.

Wir ſagten ſchon, daß Arslan Gherrei in der Türkei