Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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erzogen wurde, und einen hohen Poſten in der Armee des Sultans bekleidete, wodurch er ſich manche Fertig⸗ keiten zueignete, die bei ſeinen Landsleuten ungewöhn⸗ lich ſind. In der Ruhe des Frauengemachs ſeiner Tochter hatte er ſich Mühe gegeben, wenn keine Fremden als Zeugen ſeiner Beſchäftigung zugegen waren, ihren jugend⸗ lichen Verſtand mit Hülfe der wenigen Bücher, die er mit ſich gebracht hatte, zu cultiviren; und er hatte ſie nicht allein gelehrt zu ſprechen, ſondern auch türkiſch zu leſen und zu ſchreiben; Fertigkeiten, welche wahrſchein⸗ lich kein anderes Mädchen in Tſcherkeſſien beſaß; denn wenige hatten ſolche Väter, die mit den heroiſchen Tugen⸗ den des Kriegers die Segnungen des Friedens verbanden.

Zara, die nichts von dieſen Fertigkeiten ihrer Freun⸗ din wußte, blickte mit ſtummer Ueberraſchung auf Ina, als dieſe den Brief aus der Hand des Pagen nahm, den Faden mit dem er zugenäht war, brach, und die Nach⸗ richt von der Sicherheit ihres Vaters und Bruders, ſo weit ſie bis jetzt in ihren kriegeriſchen Operationen ge⸗ kommen waren, las. Der Page war ebenfalls ſehr ver⸗ gnügt.

Sagen Sie mir Fräulein, iſt mein theurer Herr in Sicherheit? redete er ſie an.

Ja, er iſt es. Allah ſey geprieſen! er und mein Vater ſind wohl und er trägt mir auf gut für Dich zu ſorgen, Conrin.

Der Himmel ſey gelobt, daß er wohl iſt. Es freut mich auch ſehr, daß er ſich meiner erinnert! rief der Junge, indem er in die Hände klatſchte.

Deer ehrwürdige Prinz war äuſſerſt gütig und höf⸗ lich gegen ſeinen polniſchen Gaſt, doch fand Thaddeus zu ſeinem großen Mißvergnügen, daß das Frauengemach für ihn verbotener Boden war, und ſtatt, daß er wie er ſich vorgeſtellt hatte, in immerwährendem Umgange mit Ina war, konnte er ſich ihr höchſtens nähern wenn ſie friſche Luft ſchöpfte, und nur wenige Worte der Ar⸗

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