Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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ſehe aus ſeinen Augen und ſeinem Benehmen, daß er Deiner wüͤrdig iſt, Uzden. Und Dein anderes Kind? Deine Tochter? Komme her, Ina, gönne meinen alten Augen Deinen Anblick. Meine Zara wird ſich auch freuen, Dich zu ſehen. Gehe zu ihr, Ina, ſie ſehnt ſich ſehr danach Dich zu umarmen, ſie fürchtet ſich aber vor ſo vielen Fremden das Frauengemach zu verlaſſen. Ah! mein wackerer Freund Hadji Guz Beg! ich freue mich, den Löwen der Atteghei von ſelner Pilgerfahrt zurück⸗ gekehrt zu ſehen um Schrecken unter den Herzen der Ürus zu verbreiten. Und auch Du Achmet Beg mit Deinem Sohne Alp, der eines Tages ein Held wie ſein Vater werden wird, und Ihr andern Häuptlinge, ſeyd alle willkommen..

Als er die Häuptlinge ſo anredete, trat jeder der⸗ ſelben vor, um dem alten Manne ſeine Ehrfurcht zu bezeugen.

Mein Herz, rief er,hat nicht ſo freudig geſchla⸗ gen ſeit die verfluchten Urus die letzte Stütze meines Alters, meinen einzigen Sohn, erſchlugen. Häuptlinge, ich habe Befehl gegeben, ein Bankett zu richten, um Ihre Ankunft zu feiern, und es wird bald die Stunde zum Feſte ſeyn.

Nachdem er dieß geſagt hatte, gieng der ehrwürdige Edle gegen eine Gruppe hoher Bäume in der Nachbar⸗ ſchaft voraus, unter welchen durch ſeine Dienerſchaft eine friſche, grüne Laube errichtet worden war, welche Schutz vor den noch brennenden Strahlen der Sonne gewährte. In der Laube, welche ſich auf eine grüne mit Baumgruppen beſetzte Wieſe öffnete, waren Divans und Sophas aufgeſtellt.

Als ſich die Häuptlinge nach ihrem Range auf dem⸗ ſelben niedergelaſſen hatten, nahm ihr ehrwürdiger Wirth in ihrer Mitte Platz.

Auch viele von den benachbarten Edeln hatten ſich verſammelt, um den Gäſten ihres Häuptlings Ehre zu erweiſen; ihre zahlreiche Dienerſchaft ſtand in Gruppen

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