Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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fürchten Sie ihn nicht! Er weiß, daß er im uUnrecht iſt, und ſoll ſich hüten Rache nehmen zu wollen,

Ina wurde blaß und wandte ſich ab, als ſie dieſe Erzählung hörte.Wohnt in der That jener ſchreckliche Khan in unſerer Nähe? ſagte ſie. Ich fürchtete mich immer ihn anzuſehen, er ſchien ſo wild, ſo grauſam, meinem Vater und Dir ganz unähnlich. O, wir wollen ihn meiden, denn ſeine Gegenwart kann nur Schlimmes bringen. 4

Fürchten Sie ihn nicht. Mädchen, rief der Hadji.

Was kann er Schlimmes thun? Sein Gefolge kann

ſich nicht mit uns meſſen. Bis er den Flecken der Ehre ſeines Bruders im Blute unſerer Feinde ausgewaſchen hat, kann er nicht in der Geſellſchaft der Häuptlinge Abaſia's erſcheinen.

Ich fürchte ihn nicht um meiner ſelbſt willen, antwortete Ina;ich fürchte ihn nur wegen des Uebels, das er meinem Vater und meinem Bruder anthun kann; ich weiß, daß ſie in offenem Kampfe gegen ihn nichts zu befürchten hätten; er iſt aber ebenſo verſchmitzt als wild und wird Mittel ſuchen, ſich heimlich an ihnen zu rächen.

Beunruhige Dich nicht mit ſolchen Gedanken über unſeren Vater oder mich, theure Ina, ſagte ihr Bruder. Der Khan kann uns nichts zu Leid thun, wenn er es auch wollte.

Mashallah! wenn er ſo ſchlau wie ein Fuchs wäre, rief der Hadji,wir wollen ihn aus ſeiner Höhle trei⸗ ben, wenn er es verſuchen ſollte ſich für die gerechte Strafe des jungen Verräthers zu rächen.

Die Reiſenden näherten ſich nun der Reſidenz des ehrwürdigen Prinzen Aitek Tcherei, des Verwandten Arslan Gherrei's, bei welchem Ina während ſeiner und ſeines Sohnes Abweſenheit bleiben ſollte. Die ganze Geſell⸗ ſchaft war eingeladen, ſich hier den Reſt des Tages auf⸗ zuhalten, ehe ſie ſich in das Lager der vereinten Prinzen und Häuptlinge am Ubin begaben.