Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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mannes in Frangiſtan; die Felder waren durch hohe regelmäßig beſchnittene Hecken getrennt und durch Kanäle bewäſſert, die ihren Zufluß von dem in der Mitte des Thals laufenden Bach erhielten. Die Abhänge der Hügel waren mit Schaafheerden bedeckt und ſchönes Vieh wei⸗ dete auf den Wieſen.

Nachdem die Cavaleade das Thal verlaſſen hatte, erſtieg ſie die Seite eines der Hügel, von welchen jenes ganz eingefaßt iſt und zog auf dem ſchmalen Rücken

deſſelben hin, auf welchem man rechts und links in tiefe

Schluchten hinabblickte. Wohin das Auge reichte erſchien das Land impracticabel für einen Feind, wenn es nur durch eine Handvoll tapferer Bewohner vertheidigt wurde.

Der Zug blieb nicht immer in der am Anfange der Reiſe beſchriebenen Ordnung; öfters ritt der Häupt⸗ ling Arslan Gherrei neben ſeiner Tochter, um Worte der Zuneigung und Ermuthigung an ſie zu richten; dann unterhielt er ſich wieder mit ſeinem Sohne über Gegen⸗ ſtände von großem Intereſſe und Wichtigkeit. Es war aber einer da, der Ina's Seite nie verließ. Jeder Augen⸗ blick, den Thaddeus in ihrer Geſellſchaft zubrachte, feſſelte ihn mehr und mehr an ſie, ohne daß er ſich deſſen be⸗ wußt wurde.

Als der mächtige Elborus mit zahlreichen anderen wilden, zerriſſenen Bergen zu ſeinen Füßen zum Vorſchein kam, ſagte der Hadji zu Selem:Wiſſen Sie, daß der Bruder des verrätheriſchen Khan's Beſin Kaloret zwi⸗ ſchen dieſem felſigen kluftigen Bergen ſeine Wohnung hat; doch ſind ſie nicht ſo ſteil und wild als ſie auf dieſe Entfernung ſcheinen. Er iſt ſehr reich an Schaf⸗ und Vieheerden und edeln Pferden, und eine große An⸗ zahl von Unterthanen gehorcht ſeinem Willen. Ich denke er wird ſich gegen Sie und die Ihrigen als unverſöhn⸗ lichen Feind zeigen, wenn er erfährt, daß ſein Bruder durch Ihre Hand, oder was noch ſchlimmer iſt, durch die Hand Ihres jungen Pagen fiel. Aber Mashallah