Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

222

und drehte ſelbſt nicht einmal den Kopf um die anderen Gäſte zu betrachten.

Jvan faßte zuletzt Mitleid mit dem verlegenen Be⸗ nehmen des Jungen, vergaß den Verdacht, den er gegen ihn gefaßt batte, und näherte ſich ihm in ſeinem ange⸗ nommenen Charakter als alter Mann und lud ihn ein ihre geringe Koſt zu theilen.

Der Burſche ſtutzte als Jvan ſprach, eine dunkle Röthe ſtieg in ſeine Wangen und er zauderte, das ge⸗ machte Anerbieten anzunehmen, bis Javis auch erſchien und ſeine Ueberredungskunſt anwandte. Endlich willigte er ein, und nahm an ihrem Tiſche Platz, worauf Ivan ihn fragte, ob er ihn nicht vorher auf der Straße be⸗ gegnet habe. Der Knabe gab zu, daß ſie an ihm vor⸗ übergekommen waren.

Gehſt Du denn nach Chioff, Knabe, um bei den Reliquien der Heiligen Deine Andacht zu verrichten? fragte Ivan.

Ja ich gehe in dieſer Abſicht dorthin, erwiederte der Knabe.

Du biſt ein ſehr junger Pilger um eine ſo lange Reiſe allein und unbeſchützt zu unternehmen, ſagte Ivan. Es wundert mich, daß Deine Eltern Dich nicht unter die Sorge älterer Leute ſtellen, welche denſelben Weg machen, und die Deine Jugend vor den Gefahren in welche Dich Deine Unerfahrenheit bringen könnte, be⸗ ſchützen würden. Hatteſt Du keine Freunde in der Nähe, welche die Wallfahrt unternahmen?

Ach! ich habe keine Verwandten, die im Stande find mich zu beſchützen, und wenige Freunde, die mich lieben; Schutz habe ich jedoch keinen nöthig, ich kann mich ſelbſt beſchützen.

Sage nicht, Du habeſt keine Freunde, Knabe, unterbrach ihn Javis,hier find vielleicht Einige, die bereit wären, Dich vor dem geringſten Schaden, der Dir zuſtoßen könnte, zu ſchützen.

Der Knabe antwortete nicht, ſondern ließ den Kopf