Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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bei hellem Mondſcheine weiterreisten. Mehreremal glaubte Ivan denſelben Bauernburſch zu ſehen, an dem ſte auf ihrer zweiten Tagreiſe vorbeigekommen waren und der ihren Schritten zu folgen ſchien; Javis erklärte jedoch, er habe ihn nicht geſehen, ſo daß er ſchloß, er müſſe ſich getäuſcht haben. Ivan hatte nun nicht nur ſeine körperlichen ſondern auch ſeine geiſtigen Kräfte wieder vollkommen erlangt, denn da er feſt darauf b ute ſeine Hoffnungen, ſein Geburtsland zu erreichen, a hin alle ſeine Gedanken und Beſtrebungen gerichtet warwo werden in Erfüllung gehen, ſo fühlte er, daß nichts en, nieder⸗ drücken oder ihn in der Erfüllung ſeines ſo ſer gewünſch⸗ ten Zweckes verhindern könne.

Eines Tages überfiel ſie gegen Abend ein heftiger Sturm, und nöthigte ſie in einer ſchlechten Schenke an der Seite der Straße, der einzigen öffentlichen Herberge, welche auf eine große Strecke zu finden war, einzukehren. Die Heftigkeit des Gewitters machte es ihnen unmöglich, weiter zu gehen, ſie beſchloſſen deßhalb trotz der Gefahr, die ſte dadurch liefen, daß ſie in ein Haus eintraten, wo bereits ein Spion ſeyn könnte, hier zu bleiben bis der Himmel wieder hell würde lund ihnen ihre Reiſe fortzuſetzen erlaubte.

Während ſie an dem geringen Mahle, das ſo gut war als es das Haus nur bieten konnte, ſaßen und zwar in einem Zimmer, das zu gleicher Zeit als Küche und Em⸗ pfangzimmer für die Gäſte diente, zu deren Bequemlich⸗ keit Tiſche und Bänke an dem einen Ende aufgeſtellt waren, trat ein Junge herein, welcher ſtutzte, als er ſie ſah und ſich drehte wie wenn er wieder fort wollte; Ivan erkannte in ihm den Burſchen, den er im Ver⸗ dacht hatte, er folge ihnen. Er trat jedoch in das Zim⸗ mer ein, ſetzte ſich auf eine Bank in der Nähe des Feuers und ſchien, während er ſich beſtrebte ſeine durchnäßten Kleider zu trocknen, in Träumereien verſunken, er blickte in die glühende Aſche auf dem Herde, ſprach mit Niemand