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ſelbſt, von dem wir bereits geſprochen haben, wurden ſie in den Stand geſetzt, einen ziemlichen Vorſprung zu ge⸗ winnen; doch machten ſie ſich jeden Augenblick darauf gefaßt, verfolgt zu werden; da ſich jedoch nichts von ihren Feinden blicken ließ, ſo ſetzten ſie ihre Reiſe in einem bequemeren Schritte fort.
Am zweiten Tage, als ſie wegen der Sonnenhitze, die ſehr drückend war, an der Seite der Straße ausruhen wollten, hörten ſie den Schall von Huftritten hinter ſich und er⸗ blickten, als ſte ſich umdrehten eine Abtheilung berittener Polizei, die auf der Straße auf ſie zugaloppirten, ehe ſte Zeit gehabt hatten ſich zu verbergen. Javis verlor jedoch die Geiſtesgegenwart nicht, und bat Ivan, die Art ſeines Ganges nachzuahmen; die Polizei warf auch als ſie dieſelben einholte, kaum einen Blick auf ſie und ritt weiter; die beiden Reiſenden bemerkten jedoch, daß die Polizei in geringer Entfernung vor ihnen anhielt um einen jungen Bauernburſch zu befragen, den ſie eben erſt bemerkt hatten. Dieſer ſchien jedoch keines Wegs außer Faſſung gebracht und deutete als Antwort auf ihre Fragen auf eine Straße, welche die Gegend quer
durchſchnitt, auf welcher jene dann auch ſchnell weiter
ritten. Sie beſchleunigten ihren eigenen Schritt und überholten bald den Burſchen, der ſie, als ſie vorüber⸗ giengen, aus Achtung für ihr ſcheinbares Alter grüßte. Sie hielten es nicht für rathſam zu halten bis der Abend weit vorgerückt war; Javis führte Ivan hierauf gegen eine Hütte, in welche ſie ſogleich eingelaſſen wurden, nachdem Erſterer uunr einige wenige Worte mit den Be⸗ wohnern derſelben gewechſelt hatte.
Es iſt nicht nöthig, hier eine ausführliche Be⸗ ſchreibung der einzelnen Tagreiſen zu geben, ihre Aben⸗ teuer waren nur von geringem Intereſſe und es verdient kaum hemerkt zu werden, daß ſie Nachts öfters in den Hütten der Bauern blieben, zeitweiſe aber auch unter dem Schatten dicht belaubter Bäume Schutz fanden, oder daß ſie während der Tageshitze ausruhten und Nachts
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