Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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ſtützen, in Wirklichkeit aber nur, um ſich derſelben im Nothfall als Vertheidigungsmittel zu bedienen.

Als ſie auf dieſe Art ausgeruſtet und zur Abreiſe bereit waren, umarmte der Zigeuner⸗Häuptling beide, ertheilte ihnen den eigenthümlichen Segen ſeines Vol⸗ kes, und empfahl Javis noch angelegentlich die Führung ſeines Schutzbefohlenen auf der Reiſe. Der ganze Stamm verſammelte ſich, um ihnen Lebewohl zu ſagen, und die alte Hagar wünſchte auf Alle, die ihrem Weiterkommen hinderlich wären, ihren Fluch, und auf die Häupter de⸗ rer, welche daſſelbe förderten, ihren Segen herab.

Azila allein ließ ſich nicht blicken, und Gefühle, welche ſich Ivan ſelbſt kaum deuten konnte, verhinderten ihn, nach ihr zu fragen, bis auf den letzten Augenblick. Der Häuptling ſchickte nach allen Richtungen, um ſie ſuchen zu laſſen, und war nicht wenig beſtürzt, als man ſie nicht finden konnte. Die Reiſenden verſchoben ihre Abreiſe, in der Hoffnung, ehe ſie giengen noch Nachricht von ihr zu erhalten, denn man ſieng ſchon an zu be⸗ fürchten, ſte ſey auf irgend eine Art entweder durch den Grafen Erintoff oder durch die Polizei aufgefangen wor⸗ den, welche ſich wohl gehütet hätten, ſie durch offene Gewalt unter einer ſo großen Bande Vertheidiger zu ergreifen.

Während das ganze Lager auf dieſe Art in Bewe⸗ gung war, kam einer von den Wachpoſten, welche jeder⸗ zeit ausgeſtellt waren, um ſogleich Nachricht zu geben, im Falle ſie verfolgt werden ſollten, eilig herbeigeſprun⸗ gen, und gab an, er habe in einiger Entfernung eine Truppe geſehen, die er für Polizei halte, und die ſich ſchnell gegen das Lager bewege. Ohne einen Augenblick Verzug ergriff Javis die Hand Ivan's und zog ihn fort, wahrſcheinlich in einem ſchnelleren Schritte, als das Al⸗ ter, das ſie zu haben ſchienen, erlaubt haben würde; ſie entkamen gerade noch zu rechter Zeit, denn ehe ſie das Lager aus dem Geſicht verloren, ſahen ſie die Po⸗ lizei in daſſelbe einreiten. Durch deren Aufenthalt da⸗