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ſie ſeine Heilung ſo ſchnell bewerkſtelligte, ſie wollte jedoch lange ſeinem heißen Wunſche, ihre Pflege ver⸗ laſſen zu dürfen, ihre Zuſtimmung nicht geben.
Auf der Reiſe am letzten Tage, als er auf gleiche Art wie die übrige Geſellſchaft gekleidet, unter den Zi⸗ geunern ritt, theilte ihm der Häuptling den Plan mit, den er gebildet hatte, um ihm ſeine fernere Flucht aus dem Reiche möglich zu machen.
„In dieſer Jahreszeit,“ ſagte der Zigeuner⸗Häupt⸗ ling,„wallfahrten Tauſende von Pilgern aus allen Theilen des Reiches nach Chioff, was ſie abergläubiſcher Weiſe ihre heilige Stadt nennen, und ich ſchlage vor, daß Sie ſich zunächſt dorthin begeben mit Javis, der Ihnen als Führer dienen kann, da er mit allen Theilen jener Gegend genau bekannt iſt, und daß Beide ſich als wallfahrtende Bauern verkleiden: ich habe bereits für alles was hierzu nöthig iſt, geſorgt. Sollten Sie zu⸗ fälligerweiſe wieder verfolgt werden, ſo wird es Ihnen leicht ſeyn, in dem großen Gedränge in Chioff zu ver⸗ hüten, daß Ihre Spur entdeckt wird. Nachdem Sie durch die Stadt gekommen ſind, müſſen Sie und Ihr Gefährte den Charakter von Pilgern annehmen, welche in ihre Wohnungen an der Grenze des Landes zurückkehren. Ich habe einen Boten zu einigen Freunden unſeres Stam⸗ mes vorausgeſchickt, welche in der Nähe des Platzes ſind, wo Sie die letzte Gefahr im Ueberſchreiten der Grenze nach Moldau, finden werden, bis wohin ſie Javis führen wird; und unſer Volk dort wird Ihnen Beiſtand leiſten, wenn Sie ihn noͤthig haben ſollten. Ich muß nun vorausreiten, um einen Platz für unſer Lager aus⸗ zuſuchen; ich möchte es wo möglich ſo aufſchlagen, daß es den Augen der Vorübergehenden verborgen iſt, denn wir wiſſen nicht, wer ſich von Ihnen als Feind beweiſt;“ nachdem der Zigeuner⸗Häuptling dieß geſagt hatte, ritt er fort. Es muß noch bemerkt werden, daß die Zigeu⸗ ner auf ihrer Reiſe die Gegend ſo viel als möglich quer durchſchnitten, ſich meiſtens auf Nebenwegen bewegten,


