214 ohne Gefahr für ſich ſelbſt unſchädlich zu machen, da er wohl wußte, daß die erſte Anklage immer das größte Gewicht hat. Wie es ihm gelang, werden wir weiter unten ſehen.— Der Graf gewann durch die Entdeckung der Ver⸗ ſchwörung nicht die Belohnung, die er erwartete, da
man Verdacht hegte, er würde ſie geheim ſgehalten haben,
wenn er nicht durch einen für ſich ſelbſt vortheilhaften Beweggrund zum Gegentheil beſtimmt worden wäre. Anſtatt daher eine vortheilhafte Anſtellung zu bekommen, eine höhere Würde oder einen höheren Rang zu erreichen,
gab ihm der Kaiſer, der ſeine Beweggründe zu würdigen wußte, zu verſtehen, daß er von ihm glaube, er hätte ſich, wenn es in ſeinem Intereſſe geweſen wäre, ohne Bedenken den Verſchwörern angeſchloſſen; übertrug ihm
den Befehl über ein Regiment der Kaukaſusarmee
und hoffte auf dieſe Art einen verdächtigen, ränkeſüch⸗
tigen Menſchen los zu werden. Da der Grnf kurze Zeit zuvor den Rang eines Oberſten erreicht hatte, ſo konnte dieſer Befehl nicht befremden; und obgleich er den Grund dieſer Anſtellung wohl einſah, hatte er keine andere Wahl⸗ als zu gehorchen.
Das Regiment, das Graf Erintoff kommandirte, war eines von denen, welche unter den Befehlen des Baron Galetzoff eine Brigade bildeten, und welche nun gegen Süden marſchirten, um an die entgegengeſetzte Küſte übergeſchifft zu werden. In allen Richtungen hin waren Aushebungen gemacht worden, und die Rekruten wurden, ſobald ſie verſammelt waren, zu den Depots
im Süden geführt, um zu der Armee zu ſtoßen, mit
welcher der Kaiſer ſeine Gegner in den Bergen Cſcher⸗ keſſiens zu überwältigen, und zu vernichten beſchloſſen
hatte; und keiner freute ſich mehr, Feuer und Schwerdt
in das Land dieſer verabſcheuten Feinde zu bringen, als der Baron Galetzoff, als er ſeine gut ausgerüſteten, aber meiſt neu ausgehobenen Truppen muſterte.
Unter ſeiner Standarte waren die kleinen, verwe⸗
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