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Entweder laſſen Sie mich frei gehen, oder tragen Sie die Folgen. Der Mörder des Grafen Flatoff iſt bekannt,“ fügte er bei, indem er näher zu ihm hintrat. Ich kenne Ihre Beweggründe wohl, Graf; ich werde aber ſtill ſeyn, wenn Sie keinen Verſuch machen, mir oder den Meinigen ein Unrecht zuzufügen. Wenn Sie wünſchen, bin ich ihr Gefangener.“
Der Graf drehte ſich um— blaß vor Wuth und Furcht. Er fühlte, daß er ganz in der Macht des ſtolzen Zigeuners war, wenn er ihn nicht auf einmal aus dem Wege ſchaffte, was er jedoch nicht hoffen konnte, mitten in einem Volke thun zu können, ohne daß dieſes Wider⸗ ſtand leiſten würde. Die einzige Alternative war, ihn ſich zum Freunde zu machen, denn er ſah wohl, daß Schrecken nicht leicht Eingang bei ihm fand. Der Graf gab daher vor, es genüge ihm, daß die, welche er ſuchte, nicht unter den Zigeunern ſeyen, und hoffte dadurch, fie abzuhalten, ferner auf ihrer Hut zu ſeyn, und ſie dann unvorbereitet zu überfallen; auch beabſichtigte er, bei der erſten Gelegenheit den zu ſtürzen, der ein ſolches Ge⸗ heimniß von ihm im Beſitz hatte. Er fürchtete, die Beſchuldigung könne zu Nachfragen über die Art und Weiſe, wie er die Papiere in die Hand bekommen, und wie er Nachricht von der Verſchwörung erlangt habe, führen; denn er wußte wohl, daß bereits mancher Grund zu Verdacht gegen ihn vorhanden war. Indem er jedoch im Stillen Rache ſchwor, befahl er, der Polizei wieder aufzuſitzen, und ihm bei ſeinem weiteren Nachſuchen, das er anſtellen wollte, behülflich zu ſeyn, da er überzeugt war, daß die Flüchtigen nicht weit entfernt ſeyn konnten.
„ Die Zigeuner ſahen ihre Feinde mit bitteren Ge⸗ fühlen von Rache gegen ſie abziehen und ſchickten ſich an den Schaden, der ihnen muthwilligerweiſe zugefügt worden war, auszubeſſern, ſobald jene fortgeritten waren; der Graf war entſchloſſen, den Zigeuner anzuklagen, er habe gleich ſeiner Tochter ſeinen Beiſtand zu der letzten Verſchwörung geleiſtet, und hoffte, ihn auf dieſe Art


