Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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geſchrei an, die Männer ſprangen erſchreckt auf und gien⸗ gen den Eindringenden entgegen.

Der Häuptling kam aus ſeinem Zelte heraus, wie wenn er gerade vom Schlafe aufgeſtanden wäre.

Durch welche Veranlaſſung, fragte er, wird die Ruhe und Ordnung meines Lagers ſo plötzlich durch die Polizei gebrochen? Wen ſuchen Sie hier?

Den Verräther Ivan Galetzoff, und eine Zigeu⸗ nerin, Azila genannt, ſagte der Graf;wenn ſie nicht in unſere Hände ausgeliefert werden, ſollt Ihr es büßen.

Ach! rief der Häuptling, indem er ſtutzte und den Grafen feſt anſah,ich habe Niemand unter meinem Volke von dieſem Namen.

Ihr weigert Euch alſo, uns die auszuliefern, welche wir ſuchen, ſagte der Graf.Durchſucht die Zelte,

rief er ſeinem Gefolge, welches augenblicklich anſteng,

dieſelben zu durchwühlen, und den Inhalt derſelben in allen Richtungen bis auf den Boden zu unterſuchen. Die

Zigeuner betrachteten dieſes Werk der Zerſtörung mit trotzigem Stillſchweigen; Keiner legte ſich dazwiſchen,

oder leiſtete den geringſten Widerſtand um das Unrecht, das begangen wurde, zu verhüten; denn die Polizei ſchnitt frecherweiſe die Stricke der Zelte ab, brach alle Kiſten auf, trieb das Vieh fort, als ſie die Wagen un⸗ terſuchte, ſo daß in den wenigen Minuten, ſeit ſie in das Lager gekommen war, da wo vorher ein ruhiger Kreis von Zelten ſtand, nun die größte Unordnung und Verwirrung herrſchte. Es war jedoch alles umſonſt, denn

die, welche man zu Gefangenen zu machen beabſichtigte,

konnt n nirgends gefunden werden.

eIhr habt gegen die Autorität des Kaiſers getrotzt,

ſagte der Graf, indem er ſich an den Zigeunerhäuptling wendete,Ihr müßt die Folgen davon tragen. Ich ar⸗ retire Euch im Namen des Czars.

Was, iſt der edle Graf Erintoff nun auch Polizei⸗

Ofſizier geworden, wie er ein Meuchelmörder iſt? rief der Häuptling aus.Ich fürchte Sie nicht, Graf.

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