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fortgezogen war, erhielt eine berittene Abtheilung der⸗ ſelben den Befehl dieſe zu verfolgen. Wie aber ſchon erzählt wurde, kam ſie erſt an, nachdem Javis ſchon weggefahren war, und war wieder im Ungewiſſen wohin ſie ihre Verfolgung fortſetzen ſollte, denn ſie war nun überzeugt, daß ſie auf eine falſche Spur geleitet wor⸗ den war.
Graf Erintoff verzweifelte zuletzt daran, ſeine Rache an Ivan auszuüben, bis er durch ſein Nachfragen über Azila erfuhr, daß ſie in die Verſchwörung verwickelt geweſen war, und ihm der Gedanke kam, ſie möchte der Gefärthe ſeiner Flucht geweſen ſeyn. Er erfuhr weiter, daß der Stamm der Zigeuner, zu welchem, wie er wußte, Azila gehörte, kürzlich in der Nachbarſchaft Moskau's geweſen war, obgleich die Polizei nichts davon wußte, und daß derſelbe ſich bald, nachdem die Verſchwörung entdeckt worden war, gegen Süden bewegt habe. Da er alle dieſe Umſtände zuſammenhielt, machte er ſich wieder von Neuem Hoffnungen, in den Beſttz Azilas zu gelangen und ſeinen Feind zu beſtrafen. Als er der Polizei die Nachrichten, die er verlangt hatte, mittheilte, ſtellte ſie ihm eine Abtheilung Bewaffneter zu ſeiner Verfügung. Er glaubte nun ſicher, jetzt werden ſie ihm nicht mehr länger entwiſchen, und träumte nur von Rachge⸗ danken und von dem Erfolge ſeiner Leidenſchaft. Er fand leicht die Spur des Weges, welchen die Zigeuner genom⸗ men hatten, und verfolgte jede ihrer Tagreiſen, die er in viel kürzerer Zeit zurückzulegen im Stande war. Er fühlte eine wilde Freude über den in Ausſicht ſtehenden Triumph, als er die Zelte des Zigeunerlagers zu Geſicht bekam; er gab mehreren von den Polizeiſoldaten den Be⸗ fehl, darüber zu wachen, daß Niemand entwiſchen könne, und begab ſich mit den Uebrigen mitten in das Lager, im Vertrauen auf die Macht und den Schrecken der geſetzlichen Autorität, die er beſaß. Die Zigeuner ſtellten ſich, als ſeyen ſie ganz überraſcht worden; die Weiber ſiengen ein Zetter⸗
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