Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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26 er uns auch für ſolche elende Sklaven wie die Bauern dieſes Landes? Er ſoll noch lernen, daß die Zigeuner nicht zu dieſer niedern Kaſte gehören. Aber, Azila, mein Kind! was verurſacht Dir dieſe plötzliche Bewegung? Seh, ſeh, mein Vater, rief ſie auf Ivan zeigend, welcher überwältigt von Anſtrengung und von den Schmer⸗ zen ſeiner Wunde auf den Boden gefallen war; der Zi⸗ geuner ſprang ſchnell hin und nahm ihn in ſeine Arme. Ach, rief Azila mit bewegter Stimme,wie undank⸗ bar und nachläſſig bin ich doch gegen ihn, der ſein Leben zu meiner Rettung wagte; ich konnte vergeſſen, daß er verwundet war! ich will mich aber beeilen Hagar hier⸗ her zu hoken, die ihn mit mehr Kunſt behandeln wird, als ich es kann, gewiß aber nicht mit mehr Sorgfalt. Azila hatte kaum das Zelt verlaſſen, als Jvan wieder zum Bewußtſeyn kam, der nun in den Armen ſeines Freundes ruhte, da Thaddeus den Zigeuner von ſeiner Laſt befreit hatte.

Er wird bald durch die Sorgfalt unſerer ehrwür⸗ digen Mutter Hagar hergeſtellt ſeyn, ſagte der Häupt⸗* ling;es ſind Wenige in dieſer Gegend ſo bewandert in der Heilkunſt wie ſie. Als er noch ſprach, kam die er⸗ waͤhnte Perſon, begleitet von Azila, in das Zelt.

Ihre Haare waren gebleicht, und ihr Rücken durch das Gewicht vieler Jahre gekrümmt; und obgleich ihre Haut runzlich und von der Sonne verbrannt war, war doch das Feuer ihres dunklen ausdrucksvollen Auges nicht erlöſcht. Mutter, ſagte Azila,wenn Du Dein Kind liebſt, ſo gebe Dir alle mögliche Mühe in der Behandlung dieſes Fremden, der, indem er mich vertheidigte, verwundet wurde; durch Deine Hülfe, bin ich überzeugt, wird er bald wieder geſund ſeyn. 38

Kind, erwiederte die Sibylle,die Macht zu hei⸗ len kommt allein dem großen Geiſte zu, welcher unſeren Stamm beſchützt und ich bin blos ſeine arme Magd, die willig die Mittel anwendet, die in ihre Hände gelegt ſind; dieſe werde ich auch mit Freuden zur Heilung die⸗