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gehen; da ſie ſahen, daß ich nicht zu bewegen war, wurde der Reiter im Mantel ungeduldig uͤber den Verzug, nahm mich um den Leib, ſetzte mich auf den Sattel vor ſich hin, gebot einem ſeiner Gefährten das ledige Pferd zu beſteigen, und trug mich in vollem Laufe davon. Als ich meinen Räuber einen Augenblick ſehen konnte, ent⸗ deckte ich zu meinem Schrecken, daß ich in der Gewalt des Grafen Erintoff war. Die fürchterliche Erinnerung durchkreuzte jetzt mein Gehirn, daß wir in der Nachbar⸗ ſchaft eines ſeiner Güter waren, und ich ſtrengte mich ſo ſehr als möglich an, mich von ihm loszumachen, un⸗ beſorgt darüber, daß ich bei dieſem Verſuche auf den Bo⸗ den fallen konnte; er hielt mich aber feſt und verſicherte mich, er liebe mich über alle Maßen, und kein Sterbli⸗ cher ſolle mich von ihm befreien, jedem, der den Verſuch machen würde, ſchwor er tödliche Rache.“
„Ich konnte meiner Angſt und meinem Schrecken nur in lautem Rufen nach Hülfe Luft machen, da es mir gelungen war, die Binde von meinem Munde zu ziehen, und er dieſelbe nicht wieder befeſtigen konnte. Dieſer Vortheil bot mir jedoch nur geringe Hoffnung, daß man meinen Ruf hören könnte.“
„So war ich ſchon eine bedeutende Strecke fortge⸗ ſchleppt worden und verzweifelte ſchon daran befreit zu werden, als ich durch dieſe beiden edeln Herren, welche ihr Leben wagten, errettet wurde.„O, glauben Sie mir, edle Herren,“ fügte ſie bei,„daß das Zigeuner⸗ Mädchen, ſo lange ſie lebt, nie die große Wohlthat, welche Sie ihr erwieſen haben, vergeſſen wird.“
Bei rieſer Erzählung blitzten die Augen des Zigeu⸗ ner⸗Häuptlings vor Unmuth;„der freche Barbar,“ rief er,„ſoll ſein ſchlechtes Schelmenſtück, das glücklicher Weiſe vereitelt wurde, bereuen; ſein hoher Rang ſoll ihn gewiß nicht ſchützen! Kann er ſich nicht damit begnü⸗ gen, die unglücklichen Leibeigenen zu tyranniſiren, die bereits unter ſeiner Macht ſtehen, muß er ſich nach fri⸗ ſchen Opfern unter unſerem Stamme umſehen? Hält


