Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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27 4 ſes Fremden auwenden, doch ſcheint es mir, ſeinem Blicke nach zu urtheilen, daß Ruhe und Schlaf die Mittel ſind, die für ihn am nothwendigſten ſind. 9

Dieß war in der That der Fall, und auf das An⸗ rathen der alten Frau wurde ſogleich das Zelt für die Nacht von der Frau des Zigeuners willfährig bereitet. Der hinaufgezogene Vorhang wurde in der Abſicht, zwei Zimmer zu bilden, herabgelaſſen, und durch das Aufrol⸗ len eines Bundes von Häuten und Teppichen war ſchnell ein Lager auf den Kiſten und Dielen bereitet, welche vorher den Tiſch gebildet hatten. Dorthin war Ivan bald in den Armen ſeines Freundes und des Wirthes gebracht, nachdem die übrige Familie das Zelt verlaſſen hatte, mit Ausnahme von Hagar, welche fortfuhr, die Wunde zu unterſuchen; der Zigeuner bereitete mittler⸗ weile ein zweites Lager, das er Thaddeus einzunehmen bat. Nachdem die alte Frau ihre Beſichtigung der Wunde vollendet hatte, und dem Leidenden anempfohlen hatte, ſich bis zu ihrer Rückkehr vollkommen ruhig zu verhal⸗ ten, verließ ſie das Zelt, um die Heilmittel beizuſchaffen, welche angewandt werden mußten.

Nachdem der Zigeuner⸗Häuptling auf den Boden in die Mitte des Zelts eine Lampe geſtellt hatte, wandte er ſich, ehe er gieng, mit den Worten an ſeine Gäͤſte:

Sie können vollkommen ſicher ſeyn, edle Herren. Ich bin im Begriff, die Runde um das Lager zu machen, um meine getreuen Männer als Poſten auszuſtellen für den Fall, daß die Räuber, welche heute einen ſo elenden Anſchlag auf meine Tochter gemacht hatten, Luſt bekom⸗ men ſollten, die Befreiung derſelben durch einen nächtli⸗ chen Ueberfalt zu vergelten. Ich glaube zwar kaum, daß ſie ſo viel Muth beſitzen, um einen ſo kühnen Ent⸗ ſchluß zu faſſen; ihr Führer iſt jedoch zu einem ſolchen Streiche fähig, und in dieſem Lande, wo die Reichen und Maͤchtigen über dem Geſetze ſtehen, darf er ſicher ſeyn, daß er ungeſtraft davon kommt, ſo himmelſchreiend auch das Unrecht iſt, das er den Armen und Niederen zufügt.