17 und ſonſtige Hausthiere mit Stricken an denſelben angebunden waren und auf der üppigen Wieſe weideten.
Die Annäherung des Trupps wurde ſogleich durch das laute Bellen einiger langhaariger Doggen ange⸗ kündigt, welche mit offenen Rachen vorwärts ſtürzten, und bereit ſchienen, jeden Eindringling anzugreifen; kaum hatten aber die wilden Thiere den Klang der Stimme des Führers gehört, ſo verwandelte ſich ihr wüthendes Gebell in ein Freudengeſchrei: ſie ſtürzten auf ſie zu, ſprangen an ihr hinauf, und beſtrebten ſich, Lieb⸗ koſungen von ihr zu gewinnen. Sie wurden ſchnell von einem Mann zurückgerufen, der von einem Zelte hinter den Wagen hervorkam, und mit einer langen Flinte bewaffnet war; als er das Mädchen erkannte, ging er auf ſie zu, ohne ein Wort zu ſprechen und hielt die Zügel ihres Pferdes, als ſie abſtieg und leicht auf den Raſen hüpfte. Auf einen durchdringenden Pfiff von ihm erſchienen zwei verwildert ausſehende kleine Knaben, welche auf einen Wink von ihnm ſchnell herbeiſprangen, um den beiden Fremden denſelben Dienſt zu leiſten.
Nachdem ihre Führerin einige Worte in einer für Ivan und Thaddeus unverſtändlichen Sprache mit dem Manne geſprochen hatte, ging ſie gegen ein Zelt hin, das ſeiner Größe nach das bedeutendſte im Lager zu ſeyn ſchien; wie die übrigen, beſtand es aus Fellen, welche feſt zuſammengenäht waren, und einen ſicheren Schutz vor dem Wetter boten.—
Vor demſelben ſtand ein großer wohlgebildeter Mann, deſſen lange ſchwarze Locken, die unter einer Mütze von Schafpelz hervorhiengen, ihm ein etwas wildes Ausſehen gaben, das aber durch ſeine großen glänzenden Augen und ein gutmüthiges Lächeln auf ſeinen Lippen gemil⸗ dert wurde. Sein Anzug beſtand aus einer Leinwand⸗ Jacke, welche durch einen ledernen Gürtel über der Weſte zuſammengezogen war, aus weiten Beinkleidern und Stiefeln von ungegerbtem Leder. Er betrachtete mit Erſtaunen
Der Tſcherkeſſen⸗Häuptling. I.— 2


