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ſind verwundet, Herr,“ rief ſie aus,„und ich bin die unglückliche Urſache des Ihnen widerfahrenen Unrechts. Mein Stamm beſttzt manche Kenntniſſe in der Kunſt, Wun⸗ den zu behandeln; ich ſelbſt erhielt hierin von einer alten, in dieſer Kunſt ſehr erfahrenen Frau Unterricht, und halte es daher nicht für anmaßend, wenn ich Sie als den geringſten Beweis meiner Dankbarkeit darum bitte, daß Sie mir erlauben, die Wunde zu heilen, da ich auch die Urſache war, daß Sie dieſelbe erhielten.“ 4
Ivan nahm ihre Hülfe mit Dank an und ſie ver⸗ band ſehr gewandt und ſchnell mit ihrer Schärpe ſeine Seite, welche ihn jetzt ſchon bedeutend ſchmerzte. Wäh⸗ rend dieſes Geſchäfts bemerkten ſie die zwei Räuber, welche ſie beſinnungslos auf dem Boden ausgeſtreckt verlaſfen hatten, vorſichtig bemuht, ſich wegzuſtehlen, in⸗ dem ſie ſich an den niederen Geſträuchen hinſchlichen; gab Zeichen der wiederkehrenden Beſinnung von ſich. Thaddeus war ſo menſchlich, den Leib des Letzteren an einen Baum zu lehnen, nachdem er ihm vorher ſeine Waffen genommen hatte, welche er mit denen, die auf dem Boden lagen, in einiger Entfernung in ein Ge⸗ ſträuch warf. Das Zigeunermädchen hatte gerade ihren Verband beendigt, als das Pferd ihres niedergefallenen Feindes, nachdem es in einem großen Bogen auf der freien Waldſtelle herumgeſprungen war, ohne jedoch außer den Geſichtskreis zu gehen, ſich wieder der Stelle näherte, wo es frei gelaſſen worden war, wie wenn es ſeinen Herrn ſuchen wollte; mit Gedankenſchnelligkeit ſprang ſie vorwärts, erfaßte die Zügel des Pferdes und ſchwang ſich leicht und ohne ſichtliche Mühe auf den Rücken des Falben, da ſie ſich auf dieſe Art leichter aus ihrer gefährlichen Lage befreien konnten.
„Jetzt reiten Sie zu, edle Herren,“ rief ſie aus, „aus Liebe zu dem Gott, den Sie anbeten, und ſorgen Sie nicht für mich. Wir Kinder der Wüſte werden frühe
gewöhnt, gefährlichere Thaten, als dieſe iſt, aus⸗
und auch der Dritte, welcher vom Pferde gefallen war,
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