Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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Thaddeus lachte, gab ihm einen Schlag auf die Schulter, und erwiederte:.

Deine Emancipation vom Collegium hat in der That die Freiheit Deiner Gefühle ſehr ausgedehnt, mein lieber Ivan; und es iſt nur ein Glück, daß Dir dort nicht die Idee gekommen iſt, Vorleſungen über das Recht und die Unabhängigkeit des Menſchen zu halten; ſie hät⸗ ten Deine Zuhörer unter den Cadeten ſehr erbaut, und wunderbare Menſchen und Soldaten aus ihnen für den Kaiſer gebildet; höheren Orts hätte Dir jedoch Deine Anſicht über Freiheit wenig Credit verſchafft.

Dein ungereimtes Necken, erwiederte der gereizte Jvan,iſt nur eine ſchwache Vertheidigung Deines Man⸗ gels an liberalen Geſinnungen. Auch bin ich der Narr, welchen Du mich ſcheinen machen willſt. Du weißt wohl, wie ſehr ich den Zwang verabſcheute, der uns im Colleg auferlegt war, und daß ich meinen Studien mit doppelter Anſtrengung und Beharrlichkeit oblag, um mich ſo bald als möglich von dieſem verdrüßlichen verhaßten Zwange zu befreien. Dir, als einem erprobten und. einzigen Freunde habe ich nun mein Herz geöffnet im Glauben, ich habe einen Zuhörer gehabt, welcher auf⸗ richtig in meine Geſinnungen einginge; aber es ſcheint, daß ich mich ſehr getäuſcht habe, und ich habe nun die bittere Erfahrung gemacht, daß man keiner lebenden Seele trauen kann.

Der Ton der Stimme des Sprechers bewies, daß ſein Zorn ſich in einem ſolchen Grade geſteigert hatte, daß ein Fortfahren in dem erwähnten Necken wahrſchein⸗ lich einen Bruch der Freundſchaft beider jungen Leute herbeigeführt hätte. Thaddeus beſtrebte ſich kluger Weiſe den Zorn ſeines Freundes zu beſchwichtigen, indem er die Richtigkeit ſeiner Geſinnungen anerkannte und ver⸗ ſprach, dieſelben wo möglich ſelbſt anzunehmen, als ihre Auf⸗ merkſamkeit plötzlich durch einen Laut in Anſpruch ge⸗ nommen wurde, welcher Aehnlichkeit mit einer menſch⸗ lichen Stimme hatte, die nach Hülfe rief, aber in einer ſolchen