tete, den Weg aus dem Lande zu zeigen; aber nie werde ich meine Arme dazu hergeben, die Unterjochung eines freien und unabhängigen Volkes zu unterſtützen, auf deſ⸗ ſen Herrſchaft es nicht einmal einen Schein von Recht anſprechen kann. Lieber wollte ich mein Wappen in Stücke zerbrechen, und allen Hoffnungen auf Emporſtei⸗ gen in der Welt entſagen“
Auf die Lippen von Thaddeus trat ein leichtes Lä⸗ cheln, als er dieſe Auseinanderſetzung von Grundſätzen vernahm, welche in Rußland ſo dngemöhalich ſind; die⸗ ſes verſchwand aber ſchnell wieder, als er das finſtere Ausſehen ſeines Freundes bemerkte.*
„Haſt Du ſelbſt kein Gefühl für die Unterdrückten, Thaddeus?“ fuhr Ivan fort;„Du, deſſen Geburtsland ſo ſchwer von der Macht Rußlands litt, Du, der ſo ge⸗ gründete Urſache hat, die Tyrannei dieſer eiſernen Re⸗ gierung zu verabſcheuen! Und wenn Du mich liebſt, ſo ſpreche in Zukunft nicht mehr von dem Gegenſtand, den Du ſo gedankenlos berührt haſt, denn ich kann meinen Gefühlen hierüber nicht trauen.“
„Ich ſprach blos im Scherz,“ antwortete d An⸗ dere,„und ſchenke Deinen Gefühlen aufrichtigen Beifall; aber, ach! ich fürchte, die Grundſätze, welche Du aus⸗ ſprichſt, würden, wenn man ſie in dieſer Gegend aufſtel⸗ len wollte, ſchlechten Anklang finden, und es möchte klü⸗ ger ſeyn, ſie zu unterdrücken. Ich für meinen Theil be⸗ kenne aufrichtig, daß, obgleich ich heiligen Reſpect vor der Freiheit Jedermanns, namentlich vor meiner eigenen habe, ich doch eine ſolche eingewurzelte Liebe zum Fech⸗ ten beſitze, daß, wofern ſich eine Gelegenheit darbietet, meine Neigung zu befriedigen, ich mich wenig darum bekümmere, in welcher Sache ich das Schwert ziehe.“
„Schäme Dich, Thaddeus!“ rief Ivan entrüſtet. „Ich erröthe, von Einem, den ich meinen Freund nenne, und bei dem ich edlere Geſinnungen vermuthete, ſelbſt bekennen zu hören, er wolle das willige Werkzeug eines Despoten werden; denn ſo weit geht Deine Erklärung.“


