langte dadurch zwar ein gewiſſes Anſehen unter ih⸗ nen, aber keine uneigennützige Zuneigung. Dieß that mir weh. Ich fing an, mich noch weit mehr einzuſchränken, als vorher. Ein Fündlingskind ward das meinige. Ich ließ den Knaben bis in ſein ſechzehn⸗ tes Jahr erziehen und unterrichten; da fand ſich ein Parlamentsadvorat, der mich überzeugte, daß er nähere Rechte an ihn habe, und den Jüngling in ſeine Dienſte nahm. Dieſer ſelbſt— o Frangçois! François! wie viel Thränen haſt du mir ausge⸗ preßt!— Er dünkte ſich bald zu vornehm, um nur
dann und wann zu mir zu kommen. An dem nähm⸗
lichen Tage, da Sie nirr das erſte Mahl ein Almo⸗ ſen gaben, ging er, als kennte er mich nicht, vor mir vorüber, und— ſchämte ſich meiner, meiner, der udch jetzt für ihn bettelte!—„Er bedarf mei⸗ ner nicht!“— ſagte ich zur mir ſelbſt, und ſeine unnatürliche That trieb alles Blut nach meinem
Herzen—„Du, allmächtiges Weſen! gib mir ei⸗ nen andern Sohn!— Kaum hatte ich dieß Gebeth
geſprochen, als Sie über die Brücke kamen, und mir mit den freundlichſten Augen eine Gabe in den Hut warfen!“
Otto war bis zu Thränen gerührt, und muß⸗ te eine Pauſe machen. Adelheid, in ſchöner Ver⸗ geſſenheit, drückte ſeine Hand an die hochwallende Bruſt.
Otto begann von neuem:„Sie werden ſich nicht meiner ſchämen“— fuhr mein guter Jaques


