Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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207 ſechzehnten Jahre Soldat. Ich diente unter dem Marſchall von Sachſen; ob würdig eines ſolchen Feldherrn, darüber ſpreche dieß Zeugniß!' Er zeigte mir einen Ludwigsorden, der, ſauber in Pa⸗ pier gewickelt, auf den Goldſtücken lag.In mei⸗ nem zwanzigſten Jahre fuhr er fortnahm mir eine Kugel den rechten Arm; ich erhielt meinen Abſchied und war nun mir ſelbſt überlaſſen! Eine Kunſt, ſelbſt ein Handwerk, hatte ich nie er⸗ lernt; auch würde der Mangel des Arms mir ſchwerlich erlaubt haben, meinen Unterhalt durch ir⸗ gend eine andere Anſtrengung zu erwerben. Ich ver⸗ ſuchte mit meiner Linken das Schreiben; es wollte nicht ſo glücken, daß ich davon leben konnte. Eine Krankheit, in welche ich aus Schwermuth verfiel, und hinterdrein eine Art von Trotz, machten mich zum Bettler. Meine Jugend und mein Gebrechen gewannen mir mehr Mitleid, als ich erwartet hak⸗ te. Ich erwarb bald nicht nur mein tägliches ſpar⸗ ſames Auskommen, ſondern legte auch etwas zu⸗ rück. Da ich mir auf den Fall der Krankheit einen Nothpfennig geſammelt hatte, kam ich auf den Gedanken, das Übrige in Lotterien zu legen. Auch hier wandte mir das Glück ſeine Gunſt zu; ich gewann mehrere Mahl, wenn gleich nicht auf einmahl etwas Beträchtliches. Ich ſah dieß als einen Wink der Vorſicht an, ihr Verwalter zu werden. Ich unterſtützte meine, in ihrem Gewer⸗ be weniger glücklichen Elendsgefährten, und er⸗