Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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203 leichter Sinn, der nur zu oft alles im ſchönſten Lichte erblickte, ließen mich dennoch die Gefahr nicht vermeiden. Meine ſogenannten Freunde waren we⸗ niger eigennützig, als ich geglaubt hatte; ich war in kurzem theils ihnen, theils dem Wirth des Hotels, dreyhundert Louisdor ſchuldig.

Unruhiger, als ſonſt, ſah ich jetzt der Ankunft

meiner Wechſel entgegen, mit dem feſten Entſchluß,

meine Schulden ſogleich abzutragen und meine Rück⸗ reiſe anzutreten. Die Wochſel blieben aus; ich mußte zu Wucherern meine Zuflucht nehmen, und gerieth täglich tiefer in Verfall. Immer muthloſer, immer ſinſterer und ſtiller, ging ich nun bey Jaques vorüber; ſein feſt auf mich gerichteter Blick ſchlug mich nur noch mehr zu Boden; ich machte mich gewöhnlich ſo ſchnell von ihm los, als es nur anging..

Endlich kamen Briefe aus der Heimath, aber ſie enthielten, ſtatt der gehofften Anweiſungen, wo⸗ mit ich wenigſtens das Nöthigſte zu decken hoffte, die Nachricht von dem Tode meines Vaters und von der Unmöglichkeit, anjetzt ein mehreres, als hundert Louisd'or Reiſegeld, zu überſenden.

»Wahrlich, zu viel ſtürmte jetzt zugleich auf

mich los! Der Tod meines guten Vaters verſetzte

mich in tiefe Traurigkeit; die erſt jetzt mir bekannt gewordene verſchuldete Lage der Güter nahm mir alle Ausſicht für die Zukunft; der Gedanke, hier in einem fremden Lande, wo ich keinem mich anver⸗