200 und Adelheid durchſchnitten eilig Stränge, erbra⸗ chen Siegel, rüttelten am Deckel; der Bediente mußte Hammer und Zange herbeybringen, und als man durch die faſt zahlloſen Hüllen endlich zu dem
Inhalte gelangte, erhob Otto einen einfachen, aus Holz geſchnitzten Becher mit der Inſchrift: Présent de noces du gueux.
„Jaques!— rief Otto tief gerührt mit leuch⸗ tenden Augen, und küßte den Becher; mit neugieri⸗ gen, zärtlich fragenden Blicken ſah Adelheid den Ge⸗ liebten an, und ließ ſich die Inſchrift zeigen; doch kaum hatte ſie den Becher gefaßt und ihn, da er wegen ſeiner unvermutheten Schwere ihre Hand nie⸗ derzog, etwas ſtark auf den Tiſch geſetzt, als der Boden herausging, und man auf einem roſenfar⸗ benen Kiſſen zwey brillantene Armbänder vom ſchön⸗ ſten Feuer und neueſten Geſchmack erblickte. Auf den Atlaß waren die Worte geſtickt: A la belle épouse de mon ami.
Man kann ſich denken, welche Aufmerkſamkeit, welche Reugier von allen Seiten entſtand; die ge⸗ ſammten Gäſte erhoben ſich von den Stühlen, nur dder fremde Papa blieb mit beynahe beleidigender Kälte ſitzen und ſahß mit dem Juge ſpöttiſcher Ver⸗ achtung auf ſeinen Teller. Otto, deſſen vorgefaßter Widerwille gegen den Fremden dadurch verdoppelt ward, maß ihn mit den Augen, und ließ ſich nun von ſeiner ſchönen Br aut und den übngen Gäſten . 3 9
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