1857 de zu bekommen. Er eröffnete dieſen Plan ſeinem vertrauten Freunde, dem ältern Grafen O. und er⸗ hielt von dieſem das Verſprechen der kräftigſten Mitwirkung.
Es mußte nunmehr eine Gelegenheit erdacht werden, Sibyllen aus dem väterlichen Hauſe, wel⸗ ches ſie nur ſelten verließ, zu entfernen und ohne Aufſehen auf die Seite zu bringen. Der Masken⸗ tanz ſchien dieſe zu gewähren. Ein Vetter der Wir⸗ thinn, oder deutlicher zu reden, ihr Galan, mußte ſich erbiethen, Mutter und Tochter auf den Ball
zu führen. Man rechnete hierbey auf Sibyllens ju⸗
gendliche Neugier, weil dieſe noch nie bey einem ſol⸗
chen Feſte geweſen war. Aber man hatte ſich geirrt.
Sie verweigerte anfänglich ſtandhaft das Mitgehen. Nur als die Mutter mit erheuchelter Vorſorge dem Vater zu Gemüthe führte, das Mädchen komme ja nicht an das Tageslicht und müſſe wohl am Ende krank werden; nur als der ſchwache Alte Sibyllen befahl, der Mutter zu gehorchen, entſchloß ſich die⸗ ſe endlich dazu. Nebenbey,— geſtand mir die Hol⸗ de ſpäterhin,— ſey ſie doch auch neugierig geweſen, ob ich auf dem Balle zu treffen ſeyn werde; und wahrlich, ſie war zu gut, um dieß gegen mich bloß als Beſchönigung zu gebrauchen! 3 3 Kaum erſchien Sibylle mit Mutter und Vetter auf dem Saale, als ſich einige, dem Anſcheine nach vornehme Damen zu ihnen geſellten; dieß waren Freundinnen des ältern Grafen O. unter Aufſicht


