Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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Einfacher, aber, wegen der darein verwickelten Perſonen, mir freylich auch um ſo unangenehmer, war die Entführungsgeſchichte. Der Prinz hatte nach meiner Vorſtellung ſeine Hoffnungen auf Si⸗ byllen nicht im mindeſten aufgegeben, ſondern ſei⸗ ne Pläne nur um ſo mehr zu verheimlichen geſucht. Verſchiedene Annäherungen an ſie ſelbſt waren miß⸗ lungen, allein deſto mehr geglückt waren die Ver⸗ ſuche auf ihre Stiefmutter. Dieſe, durch die Artig⸗ keiten und Geſchenke des Prinzen ganz zu ſeinem Vortheil gewonnen, verſprach um ſo lieber, Sibyl⸗ ten in ſeine Hände zu liefern, je mehr ſie dieſe von je her haßte, und in ihr nur eine Beobachterinn ih⸗ res eigenen laſterhaften Wandels zu erblicken glaub⸗ te. Wie ſehr war ſie daher erfreut, als ſie von dem, ſo unſchuldigen Verhältniß, das zwiſchen mir und Sibyllen Statt fand, etwas ausſpürte; mit welcher boshaften Freude hinterbrachte ſie dem Prinzen die Nachricht, daß das, was man ihm ſtandhaft ver⸗ weigere, ſeinem Hofmeiſter im volleſten Maße zu Theil werde!

Der Prinz gerieth bey dieſer Entdeckung, die er ganz nach ſeiner Art auslegte, in die heftigſte Wallung. Meine Vorhaltung und die Geſchichte mit dem Bande ſchienen ihm nun erſt erklärt. Er wuß⸗ te nicht, ſollte er den Zufall verwünſchen, oder dar⸗ über jauchzen; auf jeden Fall aber glaubte er ſich nun von allen Banden gelöst, und beſchloß, Si⸗ byllenz, mit Gute oder mit Gewalt, in ſeine Hän⸗