Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8*

174 dem Geſprãche wenig Theil. Dieſe kam mir ſehr rei⸗ tzend, aber auch ſehr verlegen, ſehr ängſtlich und unruhig vor. In der That ſchien ſie mir nicht in den beſten Händen. Ich nahm mir vor, die ganze Ge⸗ ſellſchaft auf das ſchärfſte zu beobachten.

Doch dieß war auf die Länge unmöglich. Der Prinz mit ſeiner Begleitung verließ nach einer Weile das Zimmer, und miſchte ſich unter die Masken; das Gedränge war nicht gering; ſte kamen aus ein⸗ ander. Ich verlor den Prinzen aus den Augen, und entdeckte ihn erſt ſpät, aber nun in einem Domino wieder.

So war ungefähr drey Uhr herangekommen und die Lichter ſingen ſchon an matter zu brennen, als ich an einer Eingangsthür einen niedlich geklei⸗ deten Mohren ſtehen ſah. Ich bemerkte ſehr genau, daß er auch unter der Larve gefaͤrbt war; alle Umriſſe verrielhen ein Mädchen. Jetzt ſchien es mir Zeit, die Rolle des Prinzen zu übernehmen. Ich legte im Aus⸗ kleidezimmer meinen oberſten Mantel ab, knüpfte ein kurzes Geſpräch mit einer mir unbekannten Da⸗ me an, und gelangte ſo, wie ganz unabſichtlich, wie⸗

der in die Nähe der Shirden 4 Kaum ließ ich die Dame 8 der Hand, als die Negerinn mich aufſuchte. Sie ſchien zu ſeuf⸗ zen, gab mir einige Zeichen, und winkte mir, ihr zu folgen. . Ich ließ mich hierzu bereitwillig finden, ſie ging voraus. Wir kamen durch finſtere Gänge und Tre