170 1 4 Sobald ich wieder mir ſelbſt überlaſſen war⸗ zog ich Sibyllens Wunſch in reifliche Überlegung: Es ſchien mir allerdings zu ihrer Sicherſtellung noth⸗ wendig, dem Prinzen ſein Betragen zu verweiſen und ihm alle Hoffnung zu benehmen. Inzwiſchen wollte mir doch keine gute Art beyfallen, wie dieß geſchehen könne, und zuletzt ſchien es mir am gera⸗ thenſten, reine Wahrheit zu ſagen. Der Ausweg, den die ſittige Jungfrau ohne lange Beſinnung ge⸗ wählt hatte, dünkte mir auch nach der reiflichſten Aberlegung immer der ſchicklichſte. Ich ergriff daher die erſte ſich darbiethende Ge⸗ legenheit, dem Prinzen eine höhere Achtung gegen das weibliche Geſchlecht als die erſte Pflicht eines echten Cavaliers anzupreiſen, und entdeckte ihm ohne Hehl, daß Sibylle durch ſein freyes Betra⸗ gen ſich gekränkt fühle; daß ſie im Begriff geweſen fey, ihm ſein Geſchenk durch mich zurück zu ſenden; daß ich dieſes, um ſeiner Ehre nichts zu vergeben, abgelehnt, daß ich aber nicht umhin gekonnt, dieß Geſchenk nach ihrem Verlangen his zu unſerer Ab⸗ reiſe in Verwahrung zu nehmen So lange er hier ſey— fügte ich hinzu— könne freylich dieſe fürſt⸗ liche Verehrung Sibyllens Rufe, der beſonders in ihrem Stande leicht verletzbar ſey, nachtheilig werden alsdann aber wolle ſie es als ein Andenken ſeiner, dem Hauſe ihres Vaters geſchenkten ehrenvollen Ge⸗ genwart recht gern bey dem übrigen weiblichen Ge⸗ xäth aufbewahren!.*
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