1 53 ſie ſelbſt war während meiner Abweſenheit recht hübſch aufgeſchoſſen, und kam mir ſo hübſch, ſo allerliebſt vor, wie— nun, gerade wie ſie noch jetzt
iſt! Sie mochte ſich denn gelegentlich auch beſinnen,
ſie ſey ja kein Kind mehr, und nahm ſich gewaltig zuſammen, ſprach gar mancherley von Freude über glückliche Zuruͤckkunft, von Vergnügen und Ehre, wobey Madame Dümont treulichſt nachhalf, ſo daß unſer Dialogue nach dieſer Verbeſſerung in jedem Peplier eine Stelle verdient hätte.“
„Nun hören Sie nur einmahl, wie er über⸗ treibt!?— fiel Fränzchen hier ein, mit einem ſo kläglichen Tone, als müßte ſie weinen.
„Worauf unſer Geſpräch hinauslief, weiß ich
wahrlich nicht mehr; nur ſo viel erinnere ich mich,
daß ich auf der Gränzſcheide der Madame ein tie⸗ fes, tiefes Compliment, wenn ich aber nicht i irre, Fränzchen noch ein weit tieferes machte, und daß mir, als ich, beliebter Kürze wegen, über den Zaun ſetzte, bey dem Sprunge zugleich der Gedanke auf die Lippen ſprang:„Richters Fränzchen iſt doch wahrlich ein kleiner Engel!“
„Ich fand glücklicher Weiſe meine ältern Schwe⸗ ſtern ſchon auf dem Verge, und ob es mir nun gleich frey ſtand, mich ſofort ganz in die Stadt zu bege⸗ ben, ſo ließ ich dieß doch weislich unterwegs, prä⸗ ſentirte mich vielmehr nur meinem Vater, und bath um Erlaubniß, die Weinleſe über draußen zu bleiben.“ 2


