28 te, mit großen Sprüngen herzuflog, und ihn mit ausſchweifender Freude umarmte.
„Ey Herr Profeſſor M... wohl ſelbſt?“— ſagte die kleine Frau etwas verlegen, war aber ſchnell wieder in Ordnung, und drückte die beyden Männer mit ihren runden, weißen Armen noch fe⸗ ſter an einander.
Man kann ſich leicht vorſtellen, welch ein Feſt des Wiederſehens nun begann! Man machte ſogleich aus, daß unter vierzehn Tagen an kein Weiterrei⸗ ſen zu denken ſey; ein Arbeiter mußte die Kutſche herbeyſchaffen; Alt und Jung half den Koffer abpa⸗ cken, und unter lautem Jubel wurde Ferdinand
m das freundliche Gaſtſtübchen feyerlich eingewieſen.
Ferdinand konnte es, da er nach dem Abend⸗ mahle auf ſein Zimmer kam, und von dem hohen
Weinberghauſe herab die weite Mondſcheinland⸗
ſchaft überſchaute, kaum begreifen, daß es, wie doch bey Tiſch ausgerechnet worden war, ſchon zwölf Jah⸗ re ſey, ſeitdem er den Grafen auf die Güter beglei⸗ tet, ſchon acht Jahre, ſeitdem ihm Heimfeld einen Gevatterbrief zugeſchickt habe. Er mochte aber die einzelnen Perioden, an welche ſich ſeine Erinnerung Fnüpfte, zuſammenrechnen, ſo oft er nur wollte, es gab immer dasſelbe Facit, ſo wie ſich auch im⸗ mer der Gedanke damit verband, er habe dieſe Jah⸗
e nicht viel beſſer, als die zwar arbeitſame, aber
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