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Noch war er kaum ein Viertelſtündchen gewan⸗ 4 delt, als ein froher, lieblicher Geſang ſeine Schrit⸗ . 2 te hemmte. Sein Herz war jetzt der Freude, dem 8 Mitgefühl, der Sehnſucht geöffnet; die Stimme war eine weibliche. Er ſtäubte haſtig ſeinen Reiſehut, ſeine Stiefeln ab, zzog die von der Jungfer Krüme⸗ lin gefältelten Manchetten behutſam hervor, und faßte den Muth, die Sängerinn aufzuſuchen.—
3 Ddie Thür des Weinbergs ſtand glücklicher Weiſe offen; er war erſt einige Stufen geſtiegen, als ein naſeweiſes Spitzchen ihn bellend bewillkommte, und
dann eilfertig zurückſprang, als wollte es den Fremd⸗ ling anmelden. Er ging weiter, und immer freund⸗ licher, immer einladender, immer idyllenartiger ſchienen ihm alle Umgebungen. Auf einem umzäum⸗ ten großen Raſenflecke ſtand ein alter, hoher Birn⸗ baum mit goldener Frucht und weit herabhängen⸗ den Zweigen. Darunter lagen drey muntere, von Geſundheit ſtrotzende Kinder, zwiſchen drey bis acht Jahren, und balgten ſich mit einem ehrwürdigen, faſt über ſeine Natur gutmüthigen Ziegenbocke. Die⸗ ſer lehnte ſich jetzt mit inſtinetmäßiger Liſt rücklings aufſteigend an den Baumſtamm, und ſchüttelte, mit gewaltig wackelndem Barte, an den AÄſten, bis ei⸗ ne Birne herabſiel. Die Kinder fingen ſie auf, und der Bock kam ſtutzend herzu, um ſein beſcheidenes Theil von der Beute zu empfangen.
Ferdinand wußte nicht, wie ihm geſchah. Er 8 mußte lachen, und doch traten ihm Thränen in die
1 Unterh. Bibl. 2. Jahrg. 4. B. B


