Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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20 3 hielt, nichts erfahren hatte, gaben ihm nach und nach ſeine vorige Ruhe wieder. Amalie war allerdings die eitle, gefallſüchtige

Thörinn geweſen, welche ihm Heimfeld, ohne von ſeiner Bekanntſchaft mit ihr zu wiſſen, geſchildert hatte. Ihre Mutter hatte ihr frühzeitig in den Kopf. geſetzt, daß ſie, bey ihren Reitzen und glänzenden Vermögensumſtänden, wenigſtens auf die Hand ei⸗ nes regierenden Grafen des, damahls noch heil. rö⸗ miſchen Reichs Anſpruch zu machen habe. Man both in dieſer Abſicht alles nur Mögliche auf, begnügte ſich jedoch mit einem Reichsfreyherrn, weil er zu⸗ gleich Gardeofficier war. Dieſer ſowohl, als ſeine Nachfolger, benutzten die Thorheit der Mutter und die Coquetterie der Tochter bloß zu Erreichung ih⸗ rer Wünſche, ohne je an Erfüllung der, ihnen ge⸗ wiſſer Maßen abgedrungenen Verſprechungen zu den⸗ ken. Schon fing man an, über L— s Vermögens⸗ umſtände zweifelhaft zu werden; ſchon war ein Fähn⸗ rich, der Amalien bey einer Schlittenfahrt ewige Liebe geſchworen hatte, gleichergeſtalt treulos gewor⸗ den, als man ſich auf Heimfelds ehemahligen Antrag beſann, und davon, wo möglich, noch Vortheil zu ziehen verſuchte. Die recht ſchön vergoldete abſchlä⸗ gige Antwort brachte ſowohl Mutter, als Tochter, faſt zur Verzweiflung, und man warf nun die An⸗ gel nach Ferdinanden aus, deſſen Vermögen man als ziemlich anſehnlich kannte, und von deſſen be⸗ vorſtehender Anſtellung man eben durch den Conſt⸗

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