Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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14. ſten, ſehnſuchtsvollſten Liebe, die in ihm nur um deßwillen einige Unruhe erweckten, weil ſie gar zu leibenſchaftlich und faſt ein wenig romanhaft klan⸗ gen. Doch Liebe iſt immer zu entſchuldigen bereit, beſonders getrennte Liebe! Ferdinand verſuchte da⸗ her, um nicht kälter zu ſhiunen⸗ auch ſeine Zärt⸗ lichkeit in ſchönklingenden Phraſen auszudrucken, woraus denn freylich manchmahl— eine Predigt in Jamben entſtand! Deſſen ungeachtet fühlte der gu⸗ te Mann weit wärmer und inniger, als er, aus einem ſonderbaren männlichen Stolze, der Gelieb⸗ ten, ja ſich ſelbſt eingeſtehen mochte, und ſeine Be⸗ ſorgniß war daher ſehr groß, als er, nach der An⸗ kunft in England, zwar andere Briefe, aber kei⸗ nen mehr von Amalien, empfing.

Seine hierdurch entſtehende Unruhe, ſeine

Sehnſucht nach dem Vaterlande, theilte ſich jetzt, am Ziele einer faſt dreyjährigen Reiſe, nach und nach auch ſeinen Gefährten mit. Man verkürzte den Aufenthalt in England um einige Wochen, und beſtieg mit inniger Freude ein nach den vaterlän⸗ diſchen Küſten abſegelndes Schiff.

Schon längſt hatte der ſchlaue Heimfeld Fer⸗ dinanden eine gewiſſe Herzensbeklemmung abmer⸗ ken wollen, und ihn zuweilen, wenn ſie dem Re⸗ benſaft der Fremde gebührende Gerechtigkeit wider⸗ fahren ließen, freundlich damit geneckt. Jetzt, an einem friſchen Morgen, da Ferdinand auf dem Ver⸗ deck trübſinnig auf die Wellen hinabſchaute, die ihn