—
. 11 uberbrachte. Etwas Naͤheres über die Sache wußte der Conſiſtorialrath nicht anzugeben; doch ſchmei⸗ chelte er ſich mit dem Glauben, daß bloß ſein eige⸗ nes Anſehen bey ſeinem alten Gönner und ſeine Empfehlung die unerwartete Beförderung Ferdi⸗ nands bewirkt habe.
Die Ehre dieſes Antrags erhob Ferdinands Seele, und der Augenblick, in welchem er eintraf, verdoppelte ſeine Freude. Er überſchüttete den Über⸗ bringer mit Verſicherungen ſeiner Dankbarkeit, und faßte augenblicklich den Entſchluß, den Brief des Miniſters bey Amalien zu erbrechen, um auch die Geliebte eben ſo angenehm zu überraſchen, wie er ſelbſt überraſcht worden war.
Kaum hatte der Conſiſtorialrath ſich wieder entfernt, als Ferdinand zu Amalien flog. Der Ein⸗ gang des Schreibens:„der Miniſter habe Ferdi⸗ nanden durch einige ſeiner anonymiſch herausgege⸗ benen Abhandlungen philologiſchen und pädagogi⸗ ſchen Inhalts, ſo wie durch die Zeugniſſe mehrerer akademiſcher Lehrer, auf das vortheilhafteſte ken⸗ nen gelernt, und finde ſich daher, als Curator der Univerſität, bewogen, ihm die erledigte Profeſſur zu übertragen“— verſetzte zwar Mutter und Toch⸗ ter in das froheſte Erſtaunen, doch kam es Ferdi⸗ nanden vor, als habe der Conſiſtorialrath ſchon ge⸗ plaudert. Man las weiter—„dieſe Stelle, nebſt dem damit verknüpften Gehalt, werde daher Fer⸗ dinanden hiermit ſofort conferirt; doch hege der


