Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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— 9 Zeit auch des Vaters Einwilligung zu bewirken vermögen werde.

Herr L. hatte indeſſen mit dem Gärtner, der ihm zuweilen Sämereyen abkaufte, ein weitläufiges Geſpräch angeſponnen, und die Mutter ſuchte, um der langen Weile zu entfliehen, die Liebenden wie⸗ der auf. Man fand ſie ſo heiter, ſo gütig geſtimmt, daß man ihr ſogleich das Geſchehene anvertraute. Durch Vorſtellungen und Bitten, durch Schmeiche⸗ leyen und Amaliens Thränen überwältigt, gab ſie mit mütterlicher Rührung ihre Einwilligung, und verſprach ſogar freywillig die thätigſte Verwendung bey dem Gemahl. Auch geſtattete ihre Lebhaftigkeit keinen Verzug. Sie ſuchte den verlaſſenen Gatten wieder auf, und— was gelingt nicht einem ver⸗ ſtändigen Weibe?— trotz des gefürchteten hartnä⸗ ckigen Widerſpruchs, ward der alte Herr ſo bald zur Vernunft gebracht, daß er nicht nur die Mahl⸗ zeit mit der Geſundheit der Liebenden ganz unver⸗ muthet beſchloß, ſondern auch ſeiner Tochter beym Zurückfahren, mit der jovialſten Laune und einer,

ihm nicht ſehr geläufigen Galanterie, den, vorher

in eigener Perſon eingenommenen Ehrenplatz im Grunde des Wagens überließ.

Berauſcht von dem Abſchiedskuſſe, lieblich um⸗ ſchwärmt von Gefühlen, die auch das Herz eines jungen Mannes von Grundſätzen, gleich ſpot⸗